Schlagwort: Alternative Rock

Pabst

Pabst – This Is Normal Now

Der Abriss nimmt weiter Form an: Seit ihrer ersten EP vor nunmehr stolzen neun Jahren zählen Pabst zu den absoluten Meistern schrammelnder Gitarren und kantiger Hooks. Gleichzeitig ringen sie mit den Schattenseiten der Gegenwart. Bereits „Crushed By The Weight Of The World“ wusste vor gut drei Jahren, dass es wohl keinen Weg zurück aus der gesellschaftlichen und globalen Sackgasse gibt. Somit bleiben zwei Optionen: Spätkapitalismus zerstören oder in die Musik flüchten. Das Trio hat sich für beides entschieden und dreht mit wachsender Begeisterung am Rad. „This Is Normal Now“ sitzt im brennenden Zimmer und richtet den Blick langsam von innen nach außen.

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False Lefty

False Lefty – Time Will Tell

Drei Drums, eine dreisaitige Gitarre und zwei Wahlkölner, die ihr eigenes Ding durchziehen – das hört sich erst einmal wunderbar schräg an. False Lefty, das sind Veva und Thomas, verstehen sich auf einen treibenden, eigenwilligen Indie- und Alternative-Sound, der sympathische Melodien mit mächtig Volumen verbindet und dabei schon mal an July Talk erinnert. Eine erste EP landete mitten im Herz, diverse Support-Gigs und Festival-Auftritte im Anschluss unterstrichen die Qualitäten des Duos. Nun wagen sie sich mit „Time Will Tell“ höchst erfolgreich an ein erstes komplettes Album.

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Decorate. Decorate.

Decorate. Decorate. – Swerve Of Atoms

Sie brauchten nur ein Album, um sich zumindest in ihrer dänischen Heimat im kollektiven Gedächtnis einzubrennen: Decorate. Decorate. fanden sich 2006 in Kopenhagen, schüttelten ein Jahr später das Mini-Album „Normandie“ und zwei weitere Jahre danach ihren Erstling „Instructions“ aus dem Ärmel, nur um direkt danach schon wieder Geschichte zu sein. Und doch hallt der düstere, bekömmliche Indie-, Alternative- und Post-Punk-Sound, der unter anderem an Interpol erinnert, immer noch ein wenig nach. Inzwischen ist das Original-Line-up wieder zusammen, erweitert durch Keyboarder Kristian Nygaard Olsen (u. a. Oh No Ono), und transportiert den Rückenwind der Reunion-Shows ins Studio. „Swerve Of Atoms“ greift das Frühwerk mit frischem Wind auf.

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Of Mice & Men

Of Mice & Men – Another Miracle

Im Post-Hardcore- und Metalcore-Bereich sind in den letzten Jahren derart viele Alben veröffentlicht worden, dass es mitunter schwer fällt, noch den Überblick zu behalten. Unzählige neue Bands schießen wie Pilze aus dem Boden, die musikalischen Grenzen zu Nu Metal und Alternative Metal wurden eingerissen und verdammt viele neue Bands klingen wie die x-te Kopie etablierter Truppen. Schön aber, wenn sich in all dem Wust auch alte Hasen wie Of Mice & Men weiterhin behaupten können. Aktiv ist das Quintett schon seit 2009, in den Anfangstagen allerdings noch mit Austin Carlile am Mikro, ehe ab 2017 Bassist Aaron Pauley Screams wie auch Klargesang übernommen hatte. Die Vorgängerscheibe „Tether“ haben die Kalifornier komplett im Alleingang produziert und das gilt auch für das dieser Tage erscheinende neunte Album „Another Miracle“.

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Sorry

Sorry – Cosplay

Die Entschuldigung wird ein weiteres Mal vorausgeschickt und doch nicht benötigt: Es ist immer wieder eine Freude, den Sound von Sorry zu erkunden und entschlüsseln. Auf „925“ und „Anywhere But Here“ arbeitete sich das Londoner Quintett durch verschiedenste Schubladen und Einflüsse, denn hier ist für die Band alles möglich. Klassische Indie-Hymnen, Alternative-Weisheiten, kunstvoller Pop, Jazz und sogar TripHop rattern gerne mal durch und können das eklektische Songwriting doch bestenfalls rudimentär umschreiben. „Cosplay“ ändert daran rein gar nichts, wagt sich sogar noch weiter hinaus und entlohnt mit abermals fantastischen Songperlen.

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Portugal. The Man

Portugal. The Man – SHISH

Plötzlich alles anders: Erstmals seit 15 Jahren sind Portugal. The Man wieder als Indie-Band unterwegs, nachdem ihr Major-Deal ausgelaufen war. Im Vergleich zu „Chris Black Changed My Life“ veränderte sich zudem das Line-up stark, aktuell dürften nur noch John Gourley und Zoe Manville Fixsterne sein, begleitet von diversen Gastmusikern. Nach einer Überraschungs-EP im Sommer gibt es nun ein komplettes Album, das sich musikalisch wieder weiter hinauswagt und insgesamt einen Tacken härter unterwegs ist. „SHISH“ befasst sich mit Unbehagen, Verletzlichkeit und stellt den ureigenen Pop-Entwurf mit Anlauf auf den Kopf.

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Werewolf Etiquette

Werewolf Etiquette – Werewolf Etiquette

Als sich Mother Tongue nach sechsjähriger Auflösungsphase wieder zurückmeldeten, war Drummer Geoff Haba nicht an Bord. Über Jahre hinweg lud er Bassist und Mitbegründer David „Davo“ Gould zu Coffee & Conversation ein, der zögerte jedoch erst. Irgendwann traf man sich doch, jedoch unter ganz anderen Voraussetzungen: Instrumente einstecken und rocken. Daraus entstand Werewolf Etiquette, ein rhythmisches Duo komplett ohne Gitarren, das Bass und Schlagzeug in den Mittelpunkt rückt und zugleich musikalische Erwartungen ad absurdum führt. Bevor man gemeinsam mit Mother Tongue unter anderem zur Noisolution Party kommt, erscheint eine erste EP mit dem knappen wie einfachen Titel „Werewolf Etiquette“.

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Skorts

Skorts – Incompletement

Es ist eine Geschichte, wie sie nur der Rock schreiben kann: 2021 zog Sängerin und Gitarristin Alli Walls von Denver nach New York, um Musik zu machen. In einem Gitarrenladen lernte sie Char Smith kennen, erste Demos entstanden. Vor einer Bar wurde Bassistin Emma Welch angelacht, etwas später komplettierte Max Berdik an den Drums das Line-up. Als Skorts gilt das Quartett seit einigen Jahren als NYC-Club-Sensation, spielt in jedem noch so kleinen Laden und arbeitet sich in den Proberäumen der Stadt ab. Gewissermaßen ist der Einstand „Incompletement“ eine Art Greatest-Hits-Album, kennt man – zumindest in der lokalen Szene und bei digitalen Tastemakern – doch bereits ein Gros des Materials.

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Statues

Statues – Dopamine

Seit Jahren stehen Statues für schrammeligen Punk der unverschämt eingängigen Sorte, der wieder und wieder in Richtung Indie und Alternative abzweigt. Das brachte bislang drei hochkarätige Alben sowie diverse Kleinformate hervor, ruht aber vor allem auf dem blinden Verständnis zwischen Johan und Magnus, die seit 34 Jahren gemeinsam Musik machen. Mit einem frischen Line-up geht es in die nächste Runde: „Dopamine“ serviert Vertrautes in bekömmlichen Portionen, wird tatsächlich noch einen Tacken lauter und vergisst doch zu keiner Zeit auf seine Hooks und seine prominent vertretene Melancholie.

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