Schlagwort: Alternative Rock

Stone

Stone – Autonomy

Falls Rock wieder einmal gerettet werden muss: Hier sind die perfekten Kandidaten. Stone gründeten sich vor zehn Jahren in Liverpool, als Fin Power und Elliott Gill gerade einmal 17 Jahre alt waren. In der Folgezeit komplettierten Sarah Lucy Surrage und Alex Smith das Line-up, man veröffentlichte diverse EPs, fand sich plötzlich bei einem Major-Label und erreichte mit dem Einstand „Fear Life For A Lifetime“ die britischen Top 40. Mit V2 hat man nun einen deutlich bodenständigeren Partner an der Seite, der den bewusst rohen, ungeschönten und doch eingängigen Tracks zwischen Alternative, Indie und etwas Britpop-Revival die richtige Bühne bietet. Dazu passt auch der Titel ihres Zweitlings: „Autonomy“.

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Howling Bells

Howling Bells – Strange Life

Plötzlich war ein Jahrzehnt vergangen: Nach dem Release von „Heartstrings“ im Sommer 2014 waren Howling Bells von der Bildfläche verschwunden, eine ‚ungeplante Pause‘ soll der Grund gewesen sein. Juanita Stein veröffentlichte mehrere Soloalben, Bruder und Gitarrist Joel Stein rief Glassmaps ins Leben und tourte zudem gemeinsam mit Drummer Glenn Moule als Teil von Brandon Flowers‚ Solo-Band. Bei einer Reunion-Show 2022 war der alte Funke wieder da, die Australier:innen begannen neue Songs zu schreiben und haben nun das erste gemeinsame Album seit fast zwölf Jahren im Gepäck. „Strange Life“ klingt im besten Sinne in etwa so, als wäre die Zeit stehengeblieben.

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Ulrika Spacek

Ulrika Spacek – EXPO

Die Perspektive verschiebt sich, der Spiegel reflektiert anders. Auf ihren ersten drei Alben waren Ulrika Spacek bevorzugt introvertiert unterwegs, richteten den Blick auf das Selbst und bezogen daraus Kraft für ihre kunstvolle, elektronisch befeuerte Gitarrenmsuik. Das Quintett aus Reading wählt dieses Mal jedoch die Außenperspektive – weil andere Länder auf Tour Eindruck hinterließen, aufgrund von Gedanken und Gefühlen über die USA, aber auch weil sich Sänger und Gitarrist Rhys Edwards fragte, welche Welt seine Tochter einmal erben würde. „EXPO“ versteht sich zudem als intime Auseinandersetzung mit menschlicher Wärme, digitaler Isolation und zunehmend verschwindenden Zwischentönen.

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Katarsis

Katarsis – Žiedlapis tau

Inmitten eines betont bunten Wettbewerbs trugen sie Grauschattierungen ins Finale: Katarsis traten für Litauen beim Eurovision Song Contest 2025 mit dem Post-Punk-Track „Tavo akys“ an. Auf einen sehr respektablen 16. Platz für eine beim ESC mehr als unterrepräsentierte Musikrichtung folgten eine kleine Tour durch Europa sowie mehrere Singles. Für das ehemalige Ein-Mann-Projekt von Lukas Radzevičius, der im Gründungsjahr 2019 noch zur Schule ging, ist das mehr als beeindruckend. Das erste Album „Žiedlapis tau“ (dt. „Ein Blütenblatt für dich“) nimmt den Rückenwind gekonnt mit.

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Kind Kaputt

Kind Kaputt – Ins Blau

Einfach machen. Nicht erst auf Morgen warten. Den Tag siezen. Letzterer Punkt sollte anders lauten, ist aber egal. Denn Kind Kaputt regen dazu an, ewiges Grübeln abzulegen und ausnahmsweise im Hier und Jetzt zu leben, ohne stets an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Das äußerte sich unter anderem im Songwriting für ihr mittlerweile drittes Album. Anstatt erst instrumental genau auszuarbeiten und danach die Lyrics zu schreiben, entstanden sämtliche Elemente bevorzugt gleichzeitig. Dadurch auf das Wesentliche reduzierte Arrangements und das Bekenntnis zum Leben im Moment lässt „Ins Blau“ gekonnt wachsen und gedeihen.

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New Miserable Experience

New Miserable Experience – Gild The Lily

Aktuelle und ehemalige Mitglieder von Rosetta, Revocation und Rivers Of Nihil beschreiten neue Pfade. Während zumindest die beiden letzteren Bands für anspruchsvolle, technisch versierte Metal-Härte bekannt sind, haben New Miserable Experience damit herzlich wenig zu tun. Das Quintett aus Philadelphia versteht sich auf kunstvolle Alternative-Klänge mit Synth- und Electro-Fokus – beatesk, leicht proggig, poppig und bis obenhin voll mit dichten Texturen. Während man echte Drums und Percussion vergeblich sucht, ist das erste komplette Album „Gild The Lily“ dafür bis obenhin voll mit faszinierenden Klangvisionen.

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Together Pangea

Together Pangea – Eat Myself

Schon wieder viel zu viel Zeit vergangen, möchte man meinen: Together Pangea präsentieren ihr erstes post-pandemisches Album, zugleich ihre erste reguläre Platte seit über vier Jahren. Zwar war das Trio aus Kalifornien alles andere als untätig, tourte immer wieder und veröffentlichte akustische Kleinformate, doch gab es eben auch andere Dinge zu tun. Zwei der drei Musiker heirateten und wurden Väter, die Prioritäten verschoben sich ein wenig. Zugleich konnte man im Vorjahr erstmals beim Coachella auftreten und ein sich damit einen großen Wunsch erfüllen. „Eat Myself“ ist nun ihr sechstes Studioalbum, klingt stellenweise ein wenig düsterer und zugleich ruhiger, ja sogar etwas hoffnungsvoll.

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Teen Jesus And The Jean Teasers

Teen Jesus And The Jean Teasers – Glory

Wenn es läuft, dann so richtig: Teen Jesus And The Jean Teasers schweben auf einer Welle des Erfolgs, gerade in ihrer australischen Heimat. Ihr erstes Album platzierte sich in den Top 10, 2024 nahmen sie den prestigeträchtigen ARIA Award als beste Newcomer entgegen, zudem supporteten sie unter anderem Foo Fighters und Pearl Jam. Für den Nachfolger konnte man die mit drei Grammys ausgezeichnete Catherine Marks gewinnen, die unter anderem bereits Boygenius und Wolf Alice produzierte. „Glory“ bleibt jedoch dem geschmackvoll drastischen, angepunkten und zugleich drückenden Sound des Vorgängers treu.

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Tape Trash

Tape Trash – Eden

Darauf definitv kein Amen: Ihr im Herbst 2023 erschienener Einstand „Tape Trash 4-Ever“ gilt nach wie vor als Indie-Geheimtipp, voller Herz und Hirn, Melodien und Kanten. Das norwegische Duo Tape Trash befasste sich seither mit einem Strauß an Konflikten – vom musikalischen Hintergrund über das Verhältnis von Emotionen zu Genre-Treuheit (Emo ist hier als reiner Gefühlsausdruck zu verstehen) bis hin zu Glaubensfragen. „Eden“ wurde nach dem Verlust des eigenen Glaubens geschrieben und versucht eine Welt jenseits der Religion für sich zu entdecken, nahezu konstant zwischen gewonnener Freiheit und allumfassender Trauer gefangen.

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Maria Iskariot

Maria Iskariot – Wereldwaan

Man muss kein Wort der niederländischen Sprache verstehen, um Maria Iskariot zu verstehen. Das Quartett aus dem belgischen Gent verwendet Punk als wütende, furiose Ausdrucksform der eigenen, alles andere als einfachen Existenz und sucht nach Hoffnung, nach Zusammenhalt, selbst wenn alles um sie herum den Bach heruntergeht. Nach 180 Live-Shows in den letzten beiden Jahren, unter anderem als Support von Tropical Fuck Storm, einer EP und einer millionenfach geklickten Live-Session landet mit „Wereldwaan“ nun ihr erstes, erwartungsgemäß lautes und forsches Album.

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