Schlagwort: Alternative Rock

late night drive home

late night drive home – as i watch my life online

Ein einstiges Online-Phänomen erklimmt die nächste Sprosse auf der Karriereleiter: late night drive home nahmen ihren Ursprung 2019, als Andre Portillo und Juan „Ockz“ Vargas aus El Paso erste Tracks auf Soundcloud veröffentlichten. Zwei Jahre später war man eine komplette Band, seither erschienen diverse EPs und Singles, wobei alleine „Stress Relief“ über 100 Millionen Mal gestreamt wurde. Der nächste Schritt ist nun ein komplettes Album, mit Epitaph im Hintergrund und erstmals in einem richtigen Studio aufgenommen. „as i watch my life online“ versteht sich als Serie von Online-Vignetten, die sich kritisch und ehrlich mit der Suche nach Bestätigung in sozialen Medien befasst, während das Selbstwertgefühl Schritt für Schritt flöten geht.

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Swain

Swain – Infinite Child

Geduld ist eine Tugend, mit der Fans von Swain mittlerweile bestens vertraut sein sollten. Gut, gleich sechs Jahre seit „Negative Space“ sind natürlich eine ganze Menge Holz. Die Welt veränderte sich schnell, und auch bei den Niederländern ist einiges anders. Einerseits kommt man aktuell nur noch in Trio-Besetzung ins Eck, andererseits setzt sich die musikalische Weiterentwicklung fort. Ihr nunmehr viertes Album könnte kaum weiter von den lärmenden Anfangstagen entfernt sein, gibt sich deutlich emotionaler und introvertierter, ohne dabei auf die vertraute Intensität zu vergessen. Unter der Ägide von Szene-Produzentenlegende J. Robbins entstand mit „Infinite Child“ ein bewegendes Happening.

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Hotline TNT

Hotline TNT – Raspberry Moon

Will Anderson hatte genug von Bands. Jahrelang spielte er in verschiedenen Formationen, die zwar fleißig tourten und veröffentlichten, sich jedoch irgendwann im Nirgendwo verliefen. Letztlich rief er mit Hotline TNT 2018 eine eigene Band ins Leben, in der er der einzige Fixpunkt sein sollte, begleitet von rotierenden Musikern. Damit ist nun Schluss, denn nach einer zehnmonatigen gemeinsamen Tour zum zweiten Album sollte es noch eine weitere Platte mit diesem Ansatz geben, doch wollten Gitarrist Lucky Hunter, Bassist Haylen Trammel und Drummer Mike Ralston fix einsteigen. Anderson gab nach, Hotline TNT haben nun ein fixes Line-up und mit „Raspberry Moon“ auch gleich ein gemeinsames Album im Gepäck.

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The Secluded

The Secluded – Dreamscape

Dem einen oder anderen könnte dieser Name noch etwas sagen: Die 2012 in Frankfurt am Main gegründeten The Secluded veröffentlichten zwei Jahre später ein erstes, selbstbetiteltes Album, tourten fleißig und tauchten dann mehrere Jahre unter. Aus der Rückkehr Anfang 2020 wurde wegen globaler Umstände nichts, danach folgten zwei Singles. Hier wurden erste Bande mit Kurt Ebelhäuser geknüpft, der schließlich für ein komplettes Album verpflichtet werden konnte. „Dreamscape“ kann nun, schlanke elf Jahre nach dem Einstand, mit dem weiterhin bewährten Mix aus Alternative, Neo Prog und einem Hauch Pop auftrumpfen.

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Garbage

Garbage – Let All That We Imagine Be The Light

Eine finstere, dystopische Gegenwart braucht Hoffnung und Optimismus. Das dachte sich Shirley Manson und wollte, nach einer eher direkten Platte, Garbage in herausfordernde Gefilde führen. Mit der Mission, Gutes zu tun, anstatt Schaden anzurichten, und den Menschen wieder so etwas wie Macht und Selbstbestimmung über ihre eigene Existenz zurückzugeben, begab man sich mit wenig ins Studio und rang um die eigene Stimme in einer in vielerlei Hinsicht vorbelasteten Zeit. Zudem setzt man auf „Let All That We Imagine Be The Light“ auf bevorzugt analoge Instrumentierung und gerne widersprüchliche Soundscapes, die stetig um Licht und Schatten kreisen.

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Mt. Joy

Mt. Joy – Hope We Have Fun

Der sympathische Aufstieg von Mt. Joy setzt sich fort. Nach einer mächtigen Headliner-Tour durch Europa und Nordamerika, von einem ausverkauften Gig im legendären Madison Square Garden gekrönt, ging es an den Nachfolger von „Orange Blood“. Und dieser stand im Zeichen dieser langen gemeinsamen Reise, im Guten wie im Schlechten, mit zahlreichen Highlights und persönlichen Aufs und Abs. „Hope We Have Fun“ ist die Überschrift der letzten Jahre und symbolisiert Zusammenhalt, in 13 eindrücklichen Kapiteln über eine verrückte Welt und den eigenen Mikrokosmos festgehalten.

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The Satellite Year

The Satellite Year – Shipwreck

Der Satellit kreist wieder in der Umlaufbahn: 2007 im Saarland gegründet, veröffentlichten The Satellite Year zwei Alben unter diesem Namen, bevor sie nach diversen Besetzungswechseln eine Zäsur beschlossen und zu Atlanta Arrival wurden. Vor dem Release des einzigen Albums unter diesem Namen erlag Schlagzeuger Björn Mertz im Alter von nur 24 Jahren einem Hirntumor. Nach einer Zwangspause wegen Pandemie und zwei Proberaumwechseln reifte der Wunsch, zurück zu den Wurzeln zu kehren. The Satellite Year sind wieder da und verarbeiten auf „Shipwreck“ eine in jeder Hinsicht ereignisreiche Zeit im vertrauten Soundgewand.

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Disso!ver

Disso!ver – Die völlige Abwesenheit von Punk

Jahrelange Arbeit, ein neuer Moog und ganz viel Herzblut für die Überschreitung musikalischer Grenzen: Zwischen 2020 und 2024 und somit teilweise bereits vor dem Release von „Lagerkoller“ arbeitete Roman Biewer mit neuem Synthesizer an neuer Musik. Als Disso!ver ist er gerne krautig unterwegs, blickt dabei aber ebenso über den Tellerrand und lotete in stundenlangen Sessions jede Nuance seiner Instrumente und Aufnahmegeräte aus. Über mehrere Jahre hinweg entstanden daraus Skizzen, die wiederum zu Songs verarbeitet wurden. „Die völlige Abwesenheit von Punk“ lässt den eigenen Sound mit Gusto weiter anschwellen.

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Kadavar

Kadavar – I Just Want To Be A Sound

Wandlungsfähigkeit ist zu einem der Markenzeichen von Kadavar geworden. Was bei der Gründung vor 15 Jahren im Stoner-Bereich begann, verwandelte sich sukzessive in eine kompakte Hard-Rock-Vision, bevor man nun in melodischen und psychedelischen Gefilden landete. Seit 2023 durch Jascha Kreft von Odd Couple ergänzt, bewegt sich das Quartett nun in der Sinnfindung des Sounds, der die Musik als Klangraum erkennt, sich gerne mal trägen lässt und doch im richtigen Moment zupackt. Nach zwei Top-Ten-Platten und Songwriting-Arbeiten für Die Fantastischen Vier und Wolfmother zeigt sich „I Just Want To Be A Sound“ so einladend und losgelöst wie noch nie.

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The Amazons

The Amazons – 21st Century Fiction

Matt Thomson wird 30 und wundert sich über die Art und Weise, wie sich sein Leben entwickelt hat. Der Frontmann von The Amazons hatte sich finanzielle Absicherung und ein eigenes Haus erträumt, was in schwierigen Zeiten für die Musikindustrie und die Weltwirtschaft eine Illusion blieb – obwohl er mit den ersten drei Alben seiner Band jeweils die Top 10 erreichte. Erstmals nahm man als Trio auf, nachdem Drummer, Gründungsmitglied und ‚großer Bruder‘ Joe Emmett Ende 2022 ausgestiegen war. Anstatt auf etwaige Vorhersehbarkeit zu pochen, entschieden sich die Briten für eine ehrliche und persönliche Platte mit deutlich mehr Rock. Tatsächlich hält „21st Century Fiction“ herzlich wenig von Erwartungen.

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