Schlagwort: Emo

PÆRISH

PÆRISH – Rita

Die Zeit verändert so ziemlich alles, auch die eigene Kreativität. PÆRISH stellen fest, dass der Ideenreichtum mit zunehmendem Alter schwindet. Dabei ist gerade die Verbindung zur eigenen Kindheit und Jugend als Künstler überaus wichtig, wie Sänger und Gitarrist Mathias Court betont. Auf ihrem neuesten Streich setzen sich die Franzosen intensiv mit eigenen Erinnerungen auseinander, von Urlauben an der Küste bis hin zu ersten musikalischen Schritten, ringen aber auch mit erwachsenen Themen, von toxischen Beziehungen bis zur Angst vor dem Kreativitätsverlust. Zugleich denkt „Rita“ den eigenen Sound weiter und holt mehr Heavyness in den Gaze-Mix.

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Games We Play

Games We Play – I Wish I Never Quit

Zurück auf Start: Die vermeintlich beste Phase seiner jungen Karriere endete für Emmyn Calleiro mit einer Identitätskrise. Als Games We Play verlor er den Plattenvertrag mit seinem Lieblingslabel, seine Band zerfiel und nach Support-Slots für Fall Out Boy und Yungblud war er plötzlich wieder alleine unterwegs. Das klappte erstaunlich gut, wurde aber von einer Existenzkrise begleitet. Als Jungvater ging es darum, einen für sich und seine Familie sinnvollen weiteren Weg zu finden. Nachdem er seit seiner Jugend Hilfe hatte, schrieb er dieses Mal alle Texte selbst, arbeitete die Musik über ein Jahr hinweg aus und wagte sich über vermeintliche Pop-Punk-Limits hinaus. Das Ergebnis hört auf den Namen „I Wish I Never Quit“.

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Citizen

Citizen – Halcyon Blues

Zarte Veränderungen und konstante Bewegung begleiten Citizen seit ihrem ersten, vor 13 Jahren veröffentlichten Album. Das Quintett aus Toledo im US-Bundesstaat Ohio entfernte sich zuletzt noch weiter von Emo und Post-Hardcore, gestaltete den Rock auf „Calling The Dogs“ zuletzt immer wieder angenehm und sympathisch poppig. Ihr mittlerweile sechstes Studioalbum, das sich unter anderem mit den bittersüßen Aspekten des Erwachsenwerdens befasst, verzichtet auf eine direkte musikalische Antwort auf den Vorgänger und macht stattdessen einfach. „Halcyon Blues“ klingt über weite Strecken wie ein kleiner Streifzug durch das bisherige Schaffen.

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Swiss Army Wife

Swiss Army Wife – I Love You, But I Hate It Here

Seit einigen Jahren wächst in Portland eine kleine, aber feine Szene an jungen Bands heran, die gerne laut unterwegs sind. Swiss Army Wife haben das Zeug, aus dieser auszubrechen. Das Quartett veröffentlichte seinen ersten Song vor fünf Jahren und entwickelte sich vom pandemischen Projekt zur kompletten Band. Bislang gab es ein Album und eine EP, jeweils mit prominent platzierten Pferden auf dem Artwork. Diese tauchen nun nur noch schemenhaft auf: „I Love You, But I Hate It Here“ setzt sich mit geliebten Dingen auseinander, die zu verschwinden drohen, und spannt den Bogen von einer Kindheit und Jugend in the middle of nowhere bis zur systemischer Instabilität der (nicht nur) amerikanischen Gegenwart.

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Elmar

Elmar – Vollgeschissen im Hassklub

Aktuelle und ehemalige Musiker von Abenteuer Auftauen, Mikrokosmos23, drych, Kirre. und Point No Point touren seit über einem Jahrzehnt als Elmar durch die Lande. Der gemeinsame Nenner bewegt sich irgendwo zwischen Punk und Emo, ursprünglich mit Hinweis auf die Meißener Herkunft auch ‚Punk aus Porzellan‘ genannt. Das war 2017, zu Zeiten ihres ersten Albums. Seither erschienen ein paar Kleinformate, man zog nach Dresden um und besetzte den Posten am Schlagzeug neu. Ruppig, live eingespielt und mit einem wachen Auge auf die Gefahren und Abgründe der Zeit, gibt nun der Zweitling „Vollgeschissen im Hassklub“ ordentlich Gas.

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Koyo

Koyo – Barely Here

Ein starkes erstes Album, schneller Aufstieg vom lokalen Szene-Act zu dauertourenden Hopefuls, erste Zweifel über das neue Leben on the road und schließlich die Platte danach – so oder so ähnlich lässt sich der Weg von Koyo seit der Veröffentlichung von „Would You Miss It?“ im September 2023 zusammenfassen. Während das Long-Island-Quintett mehr und mehr zur perfekt abgestimmten Einheit reifte, hielten Isolation und erste (fehlplatzierte) Schamgefühle über diesen neuen Alltag Einzug. Das und mehr begleitet „Barely Here“, ein lebendiges, nicht immer ganz einfaches und doch stets mitreißendes zweites Album.

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American Football

American Football – American Football (LP4)

Neue Alben von American Football verlangen Geduld, nicht nur aufgrund der zwischenzeitlichen Auflösung. Ihre dritte selbstbetitelte Platte hat aber tatsächlich über sieben Jahre auf dem Buckel. Nach der letzten Tour 2019 plante man eine Pause, die sich pandemiebedingt deutlich verlängerte. Steve Lamos war zwischenzeitlich ausgestiegen, um sich auf Beruf und Privatleben zu konzentrieren, die Zoom-Sessions waren alles andere als fruchtbar. Stattdessen gab es Nachschub diverser Kinsella-Nebenschauplätze, wie Owen und LIES. Und dann klappte es doch noch – mit Sonny DiPerri als treibende und zugleich beruhigende Kraft hinter den Reglern sowie ordentlich Vorarbeit von Nate Kinsella. „American Football (LP4)“ klingt entsprechend mächtig und intensiv, bei aller Intimität.

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Comic Sans

Comic Sans – Todas las cosas que nos salieron mal

Ihr Name mag von einer Schriftart kommen, die ganze Lager mit Nachdruck teilt, doch über die musikalischen Qualitäten von Comic Sans kann es tatsächlich keine zwei Meinungen geben. Das Quartett aus dem spanischen San Sebastian schreibt sympathische Songs rund um Midwest-Emo-Szenerien, die ehrlich, direkt und gerne mal humorvoll rüberkommen, zugleich durchaus in Richtung Pop Punk, Math Rock und Alternative schielen. Ihr drittes Album heißt „Todas las cosas que nos salieron mal“ (dt. „All die Dinge, die schiefgegangen sind“) und konzentriert sich tatsächlich auf genau das – allerlei Probleme, Misserfolge und Frustationen, mit einem gewissen Fokus auf die Liebe.

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Shoreline

Shoreline – Is This The Low Point Or The Moment After?

Wie weiß man, ob man die Talsohle bereits durchschritten hat, oder ob man erst am absoluten Tiefpunkt angekommen ist? Diese Frage stellen sich Shoreline auf ihrem neuesten Album, mit dem sie als erste deutsche Band bei Pure Noise Records landen. Das Quartett aus Münster bemüht sich um Hoffnung in einer Welt, die immer hässlicher wird, und liefert die passenden Kampfansagen gleich dazu. Zudem entwickelt man sich musikalisch ein wenig weiter – „Growth“, wenn man denn so will. „Is This The Low Point Or The Moment After?“ nimmt in den Arm, rüttelt wach und geht gemeinsam besseren Tagen entgegen.

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Spite House

Spite House – Desertion

Trauer ist eine unwillkommene Konstante im Leben von Sänger und Gitarrist Max Lajoie. 2019 rief er Spite House ins Leben, kurz nach dem Krebstod seiner Mutter. Sein guter Freund Marc Tremblay übernahm die Drums, später stieß Nabil Ortega am Bass hinzu. Das erste Album, drei Jahre später erschienen, diente eher als Weckruf, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. „Desertion“ liefert nun jedoch Trauerarbeit in Reinkultur und widmet sich auch Lajoies Vater, der zehn Jahre vor der Mutter freiwillig aus dem Leben schied. Der Frontmann gibt an, dass diese elf Songs rein gar nichts Fröhliches an sich haben, doch sind sie vielleicht gerade deswegen so unfassbar wichtig.

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