Schlagwort: Emo

Koyo

Koyo – Barely Here

Ein starkes erstes Album, schneller Aufstieg vom lokalen Szene-Act zu dauertourenden Hopefuls, erste Zweifel über das neue Leben on the road und schließlich die Platte danach – so oder so ähnlich lässt sich der Weg von Koyo seit der Veröffentlichung von „Would You Miss It?“ im September 2023 zusammenfassen. Während das Long-Island-Quintett mehr und mehr zur perfekt abgestimmten Einheit reifte, hielten Isolation und erste (fehlplatzierte) Schamgefühle über diesen neuen Alltag Einzug. Das und mehr begleitet „Barely Here“, ein lebendiges, nicht immer ganz einfaches und doch stets mitreißendes zweites Album.

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American Football

American Football – American Football (LP4)

Neue Alben von American Football verlangen Geduld, nicht nur aufgrund der zwischenzeitlichen Auflösung. Ihre dritte selbstbetitelte Platte hat aber tatsächlich über sieben Jahre auf dem Buckel. Nach der letzten Tour 2019 plante man eine Pause, die sich pandemiebedingt deutlich verlängerte. Steve Lamos war zwischenzeitlich ausgestiegen, um sich auf Beruf und Privatleben zu konzentrieren, die Zoom-Sessions waren alles andere als fruchtbar. Stattdessen gab es Nachschub diverser Kinsella-Nebenschauplätze, wie Owen und LIES. Und dann klappte es doch noch – mit Sonny DiPerri als treibende und zugleich beruhigende Kraft hinter den Reglern sowie ordentlich Vorarbeit von Nate Kinsella. „American Football (LP4)“ klingt entsprechend mächtig und intensiv, bei aller Intimität.

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Comic Sans

Comic Sans – Todas las cosas que nos salieron mal

Ihr Name mag von einer Schriftart kommen, die ganze Lager mit Nachdruck teilt, doch über die musikalischen Qualitäten von Comic Sans kann es tatsächlich keine zwei Meinungen geben. Das Quartett aus dem spanischen San Sebastian schreibt sympathische Songs rund um Midwest-Emo-Szenerien, die ehrlich, direkt und gerne mal humorvoll rüberkommen, zugleich durchaus in Richtung Pop Punk, Math Rock und Alternative schielen. Ihr drittes Album heißt „Todas las cosas que nos salieron mal“ (dt. „All die Dinge, die schiefgegangen sind“) und konzentriert sich tatsächlich auf genau das – allerlei Probleme, Misserfolge und Frustationen, mit einem gewissen Fokus auf die Liebe.

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Shoreline

Shoreline – Is This The Low Point Or The Moment After?

Wie weiß man, ob man die Talsohle bereits durchschritten hat, oder ob man erst am absoluten Tiefpunkt angekommen ist? Diese Frage stellen sich Shoreline auf ihrem neuesten Album, mit dem sie als erste deutsche Band bei Pure Noise Records landen. Das Quartett aus Münster bemüht sich um Hoffnung in einer Welt, die immer hässlicher wird, und liefert die passenden Kampfansagen gleich dazu. Zudem entwickelt man sich musikalisch ein wenig weiter – „Growth“, wenn man denn so will. „Is This The Low Point Or The Moment After?“ nimmt in den Arm, rüttelt wach und geht gemeinsam besseren Tagen entgegen.

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Spite House

Spite House – Desertion

Trauer ist eine unwillkommene Konstante im Leben von Sänger und Gitarrist Max Lajoie. 2019 rief er Spite House ins Leben, kurz nach dem Krebstod seiner Mutter. Sein guter Freund Marc Tremblay übernahm die Drums, später stieß Nabil Ortega am Bass hinzu. Das erste Album, drei Jahre später erschienen, diente eher als Weckruf, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. „Desertion“ liefert nun jedoch Trauerarbeit in Reinkultur und widmet sich auch Lajoies Vater, der zehn Jahre vor der Mutter freiwillig aus dem Leben schied. Der Frontmann gibt an, dass diese elf Songs rein gar nichts Fröhliches an sich haben, doch sind sie vielleicht gerade deswegen so unfassbar wichtig.

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gas station.

gas station. – A Collection Of Songs For Saying Goodbye

Ist das hier schon wieder eine neue Emo-Welle? Wenn ja, gehören gas station. dazu? Obwohl der Klang des Trios aus Buffalo gerne in emotional aufgeladene Gefilde vordringt und dabei durchaus Heavyness mitbringen kann, stellen sie sich musikalisch bevorzugt vielseitig auf. Und auch thematisch muss man etwas genauer hinsehen bzw. hinhören. „A Collection Of Songs For Saying Goodbye“ ist nicht etwa eine Sammlung trauriger Lieder, sondern befasst sich mit der schweren, geradezu erdrückenden Stille nach einem Ende oder Abschied, wenn sich alles verändert und doch die Worte fehlen.

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Hot Mulligan

Hot Mulligan – The Sound A Body Makes When It’s Still

Schräge Songtitel, rohe Emotionen und ansteckende Live-Präsenz machten Hot Mulligan schnell zu absoluten Szene-Favoriten. Während ihr erstes Album 2018 als Teil eines kleinen Emo-Revivals erschien, zählt das Quintett aus Lansing im US-Bundesstaat Michigan heute zu den wenigen, die ihren Stiefel weiterhin durchziehen und nun die verdienten Lorbeeren ernten. Auch ihre mittlerweile vierte Platte „The Sound A Body Makes When It’s Still“ fügt sich nahtlos in diese Riege ein, begleitet von gewohnt aufwühlenden Texten und dem einen oder anderen cleveren Kunstgriff, der die kreative Evolution vorantreibt.

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The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – Dreams Of Being Dust

Die Mission, dem epochalen „Illusory Walls“ einen gebührenden Nachfolger zu stiften, darf gut und gerne als gewaltige Herausforderung bezeichnet werden. The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die verzichten darauf, einfach ’nur‘ nachzulegen, und wagen stattdessen etwas. Einerseits ist das US-Sextett politischer denn je unterwegs, andererseits wurde der Härtegrad spürbar nach oben geschraubt, ohne jedoch alles über den sprichwörtlichen Haufen zu werfen. Somit ist „Dreams Of Being Dust“ Neustart, Weiterentwicklung und Zäsur in einem, und das auf verdammt starke Weise.

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Pool Kids

Pool Kids – Easier Said Than Done

Starke Platte sucht(e) Label: Nach ihren ersten beiden Alben zwischen Emo, (Math) Rock und Pop waren Pool Kids erst einmal alleine unterwegs. Das Quartett aus Florida verließ sich auf seine DIY-Stärken und stemmte die Recording-Sessions durch die Ersparnisse ihrer jahrelangen Tourneen. Man wollte die Freiheit der kreativen Selbstbestimmtheit auskosten, probierte mit Mike Vernon Davis (Foxing, Great Grandpa), der bereits den Vorgänger produziert hatte, einiges aus, und überschritt vermeintliche innere Grenzen. Erst nach Abschluss wurde ein Partner gesucht und in Epitaph gefunden. Dem Punk verfällt „Easier Said Than Done“ aber keineswegs, ganz im Gegenteil.

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Stateside

Stateside – Where You Found Me

Stateside gehören beinahe zum Inventar der neueren Pop-Punk-Generation, obwohl sie im Laufe der Jahre ’nur‘ diverse Singles und EPs veröffentlichten. Dennoch konnte sich der hooklastige und doch nachdenkliche, emotional aufgeladene Sound des kalifornischen Quintetts schnell ein feines Publikum erarbeiten. Mit „Where You Found Me“ gehen sie nun doch das Longplay-Format an und liefern das Ergebnis von nahezu drei Jahren auf Tour und den gesammelten positiven wie negativen Eindrücken, von Verlusten und Kompromissen, von erbrachten Opfern, aber auch von großen Highlights, die sich in diesen zehn Tracks wiederfinden.

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