Schlagwort: Emo

Tree River

Tree River – Time Being

Langsam, aber beständig wuchsen Tree River seit ihrer Gründung im Jahr 2010, ursprünglich als Soloprojekt von Sänger und Gitarrist Trevor Friedman angedacht. Mittlerweile tritt man als Quartett auf – Produzent Kevin Dye von Gates gilt als eine Art fünftes Mitglied – und baute den Mix aus Alternative Rock und Emo-artigen Sounds immer weiter aus. Die Musik zu „Time Being“ wurde noch vor dem ersten Lockdown, die Lyrics erst während der Pandemie geschrieben. Entsprechend ergibt sich ein spannender Spagat zwischen durchaus energiegeladenen Klängen und Texten, die sich mit düsteren, tiefgründigen Dingen befassen.

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Proper.

Proper. – The Great American Novel

Schwarz und queer in einer überwiegend cis-männlichen, heterosexuellen Szene zu sein, ist – gelinde gesagt – alles andere als einfach. Proper. packen ihre Erfahrungen in kleine Songperlen zwischen Sturm, Drang und Suche. „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“ setzte sich vor knapp drei Jahren mit dem Ausbruch aus Erwartungen des eigenen Umfelds auseinander, nun will das Trio gleich ein komplettes Buch vertonen. Jeder Track auf „The Great American Novel“ versteht sich als Kapitel eines Twenty-Something-Protagonisten, der in den 2010er Jahren aufwächst und sich mit der missbräulichen Beziehung seiner Herkunft und seiner Identität auseinandersetzt.

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Shoreline

Shoreline – Growth

Mehr als 200 Shows in ganz Europa mit so illustren Bands wie Hot Water Music, Basement und Spanish Love Songs, dazu eine starke EP und ein nicht minder unterhaltsames Album: Shoreline aus Münster ackern sich seit Jahren nach vorne. Ihr Punk-Sound, der gerne mal in Emo- und Hardcore-Gefilden fischt, ist so zeitlos wie brandaktuell, dazu kommt die Verbindung persönlicher und größerer gesellschaftlicher Themen in den pointierten Texten. Klingt nach den Zutaten für den ganz großen Wurf, und genau diesen hätte sich das Quartett mit „Growth“ mehr als verdient.

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Anxious

Anxious – Little Green House

Für das erste Album, so eine gerne propagierte These, habe man ein ganzes Leben lang Zeit. Eigentlich hätte das bei Anxious anders ausgesehen, denn die 2016 gegründete Band – die Mitglieder besuchten damals noch die Highschool – tourte bereits seit Jahren ausgiebig mit allerlei Heavy-Hittern, wie Lifetime und Fiddlehead. Die ungewollte globale Schockstarre hatte zumindest einen Vorteil für die Herren aus Connecticut, die im Keller von Bassist Sam Allens Mutter in aller Ruhe an sämtlichen Details arbeiten konnten. Benannt nach dem Ort, wo sie ihre Songs schrieben, macht es sich „Little Green House“ in der Emo-, Post-Hardcore- und Alternative-Szene mit 90s-Einschlag bequem.

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Suntitle

Suntitle – In A Dream

Weich, verwaschen, scharfkantig und unvorhersehbar: Suntitle firmieren unter dem Alternative-Emo-Banner, was zugleich alles und nichts heißt. Das US-Quintett, dessen Mitglieder sich auf New Jersey, Pennsylvania und Massachusetts verteilen, tourte zunächst mehrere Jahre, bevor 2020 eine erste EP erschien und nun das Debütalbum vorbereitet wird. „In A Dream“ macht seinem Namen tatsächlich Ehre, denn die unwirkliche Präsentation zwischen beißender Härte, poppigen Hooks und dichter, surrealer Atmosphäre spielt sich geschickt jenseits jeglicher Erwartungen ab.

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Save Face

Save Face – Another Kill For The Highlight Reel

Was, wenn My Chemical Romance „The Black Parade“ auf Kollisionskurs mit „A Fever You Can’t Sweat Out“ von Panic! At The Disco geschickt hätten? Möglicherweise wären dabei Save Face herausgekommen. Das US-Quartett vereint Emo, Screamo und Post-Hardcore mit der Broadway-Musical-Vorliebe von Mastermind Tyler Povanda. Entsprechend dramatisch, abgefahren und unvorhersehbar klingt die Truppe aus New Jersey, die mit „Another Kill For The Highlight Reel“ nun ihr zweites Album präsentiert. Und das geht im besten Sinne an die Substanz.

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The Wolf Howls When I Scream Your Name

The Wolf Howls When I Scream Your Name – Grief Songs

Wenn eine Band mehr Wörter im Namen trägt, als sie über fixe Mitglieder verfügt, darf man hellhörig werden. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen The Wolf Howls When I Scream Your Name neue Kleinformate, die Alternative Rock, Grunge und etwas Mut zum Experiment in sich tragen. Zudem hatte das Trio immer schon ein gewisses Faible für Midwest-Emo, das nun deutlicher denn je an die Oberfläche tritt. Zwar nennt sich „Grief Songs“ offiziell ebenfalls eine EP, bei acht Tracks und 39 Minuten Spielzeit würden andere schon von einem vollwertigen Album sprechen.

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The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – Illusory Walls

Ein großartiger Bandname alleine ist noch kein Garant für großartige Musik. Das wissen auch The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die, die wortreich auffallen, dahinter mit kompositorischer Cleverness auftrumpfen. Für den Nachfolger von „Always Foreign“ hatte das Quintett aus Willimantic im US-Bundesstaat Connecticut ausnahmsweise mehr als genug Zeit, schrieb und nahm distanziert an zwei Orten über ein Jahr verteilt auf. Das bekommt dem anspruchsvollen Sound – Indie, Post Rock, Emo und Art-Anleihen kollidieren mit bis zu drei verschiedenen Stimmen – richtig gut. Inspiration fand „Illusory Walls“ im modernen Action-RPG-Klassiker „Dark Souls“. Eine reine Videospiel-Platte sollte man deswegen aber keinesfalls erwarten.

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I Feel Fine

I Feel Fine – The Cold In Every Shelter

I Feel Fine richten den Blick nach innen und tragen das Er- sowie Gelebte nach außen. Das Quartett aus Brighton macht seinem mehrdeutigen Namen, der sowohl Zufriedenheit ausdrücken, aber auch zwischen Sarkasmus und Abtun des aufgewühlten Gemütszustands pendeln kann, alle Ehre. Und genau das spiegelt sich in den Lyrics von Gitarrist Nathan Tompkins widerspiegeln. Entsprechend fragil und kraftvoll zeigt sich der Sound, der Alternative Rock, Emo, Math, Post Rock und neuerdings sogar ein wenig Alternative Country mitbringt. Nach einer kurzweiligen EP ist „The Cold In Every Shelter“ das Debütalbum der vier Briten.

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Press To MECO

Press To MECO – Transmute

Das Unterfangen Press To MECO war beinahe zum Scheitern verurteilt. Luke Caley und Lewis Williams waren frustiert und begannen an sich selbst zu zweifeln, denn während andere Bands und Weggefährten plötzlich durch die Decke ging, trat man auf der Stelle. Ein paar neue Songs sollten zeigen, ob die britische Band eine Zukunft hatte. Mittendrin musste der Tieftöner neu besetzt werden, das übernahm mit Jake Crawford ein guter Freund. Dann waren noch ein paar Aufnahmehürden zu überwinden – wenige Tage vor der Reise nach Texas ins Studio schloss Corona die Grenzen – zum Abschluss gab es sogar eine Albumverschiebung. Nun ist „Transmute“ endlich da und tatsächlich mehr als nur ein Ansporn für das Trio, weiterzumachen.

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