Schlagwort: Post Punk

Idles

Idles – Crawler

Wer austeilt, muss auch einstecken können. Bloß möchte Joe Talbot nicht mehr zum Rundumschlag ausholen, auch wenn er das selbst zuletzt nur selten tat. Dennoch schlagen Idles zumindest textlich andere Töne an. Die wohl wichtigste Post-Punk-Band der letzten Jahre richtet den Blick nach innen, legt einen Seelenstriptease hin und häutet sich bei dieser Gelegenheit auch musikalisch ein wenig, ohne dabei eine komplette Abkehr zu erzwingen. Das Ergebnis nennt sich „Crawler“, mischt die Karten neu und betont dennoch gekonnt, was die Briten auf ihren bisherigen Alben so stark machte.

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Geese

Geese – Projector

New York will den Post-Punk-Thron zurück, auf dem sich einst Interpol in Schale warfen. Eine blutjunge Band soll es richten, die überaus gehypten Geese. Die fünf Noch-Teenager genießen bereits einiges an Hype, und der ist mehr als nur verdient. Sie brauchten nur eine Handvoll Songs, um von allerlei Labels unworben zu werden. Gelandet sind sie beim britischen Edel-Indie Partisan Records, wo unter anderem Idles und Fontaines D.C. loslegten. „Projector“ zeigt eine Band, die gut 40 Minuten lang ihre Identität sucht und daran große Begeisterung findet.

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Shun

Shun – Songs From The Centrifuge

Ein einziges Tape mit gerade einmal vier Songs reichte, um Shun auf Kurs zu bringen. Schnell durfte sich das Quartett aus Münster die Bühne unter anderem mit den legendären The Psychedelic Furs und den belgischen Upstarts Slow Crush teilen. Der erfrischende Shoegaze-Ansatz, der unterem mit Dream-Pop- und Post-Punk-Ideen flirtet, wird nun endlich auf Albumlänge ausgedehnt. Bei This Charming Man Records erscheint „Songs From The Centrifuge“, ein kurzes, aber durchschlagendes Werk zwischen Sorglosigkeit und lässiger Nachdenklichkeit.

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Spectres

Spectres – Hindsight

Raus aus dem Schatten, rein in … noch mehr Schatten: Mit ihrem Artoffact-Deal und dem Album „Nostalgia“ konnten sich Spectres endlich ein größeres Publikum für ihren unterhaltsamen Mix aus Post Punk und Death Rock erspielen. Ihre bisherigen Platten wurden inzwischen ebenfalls neu aufgelegt, doch gibt es noch so viel Material von Kleinformaten und Live-Sessions, das seit geraumer Zeit vergriffen ist. Damit soll nun aber Schluss sein, denn „Hindsight“ vereint Rohdiamanten aus der Frühphase mit ein paar neueren Tracks.

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Kælan Mikla

Kælan Mikla – Undir Köldum Norðurljósum

Hinter Kælan Mikla liegt ein hochspannender Weg. Ursprünglich 2013 im Rahmen eines Poesie-Wettbewerbs in Reykjavik gegründet, erforscht das Trio eine Welt isländischer Kultur und Geschichte mit veränderbaren Vorzeichen. Aus der einstigen DIY-Punk-Band wurde auf den bisherigen drei Album eine eigentümliche Entität zwischen Post Punk, Synthie-Pop, Folklore und pulsierenden Beats. Man tourte mit Alcest und Drab Majesty, zählt zudem zu den Favoriten von The Cure-Legende Robert Smith. Artoffact packt nun die Gelegenheit beim Schopf und verleiht der neuen Platte „Undir Köldum Norðurljósum“ eine gebührende Plattform.

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OGMH

OGMH – Die Or Die

Die Schweizer Reise in Richtung idealer Sound hat sich ein wenig verfinstert. Einst begannen OGMH – der Name ist auf das Ocean Grove Memorial Home in New Jersey zurückzuführen – im Garage-Rock-Sektor, mittlerweile dominieren New Wave, Gothic Rock, Post Punk und Melancholie das Geschehen. Panik und Hilflosigkeit kleiden die Welt in Gewandungen purer Enttäuschung, weil … warum auch nicht? Eine gewisse Aussichtslosigkeit steckt auch im Titel ihrer neuen EP. „Die Or Die“ lässt keine Alternative und gestaltet den Weg gen Untergang gar bezaubernd.

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JOHN

JOHN – Nocturnal Manoeuvres

Ein kryptischer, unsuchbarer Bandname legt den Fokus auf Musik und Kreativität: Das Duo JOHN heißt nicht nur aufgrund der Vornamen der beiden Musiker (John Newton und Johnny Healey) so, sondern versucht damit das eigentliche Spiel, das Momentum des gemeinsamen Erschaffens neuer Ideen in den Mittelpunkt zu rücken. Falls das nicht reicht, nennen sie sich auch JOHN (TIMESTWO), um es den Suchmaschinen einfacher zu machen. Wie dem auch sei, „Noctural Manoeuvres“ ist bereits das dritte Album der Londoner, das sich abermals durch brachiale Lautstärke, komplexe Strukturen und anspruchsvolle Lyrics auszeichnet.

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Nightwatchers

Nightwatchers – Common Crusades

Französischer Kolonialismus ist gewiss kein typisches Punk-Thema. Für Nightwatchers spielen politische Texte eine zentrale Rolle, so bereits auf ihren beiden EPs und dem Debütalbum „La paix ou le sable“ geschehen. Mit ihren Lyrics wollen sie auf die Gewalt und die Verbrechen der französischen Kolonialzeit hinweisen und ziehen zugleich Parallelen zur Art und Weise, wie Frankreich heute mit dem Islam umgeht. Diesen durchaus starken Tobak kleiden die vier Herren aus Toulouse in schroffe, scharfkantige Tracks, die zwischen Uptempo-Hooks und ein wenig Post-Düsternis pendeln. „Common Crusades“ setzt die Reise fort.

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Actors

Actors – Acts Of Worship

Die Musik der 80er Jahre strahlt weiterhin ungebrochene Faszination aus. Bei Artoffact Records finden zahlreiche Revivalisten aus dem vermeintlichen Underground ein wunderbares Zuhause. So auch Actors aus Kanada, die vor drei Jahren ihr Wave-getränktes Post-Punk-Debüt veröffentlichten und mit ihrer erdrückenden Düsterromantik seither Herzen brechen. „Acts Of Worship“, von Sänger und Gitarrist Jason Corbett im eigenen Studio in Vancouver produziert, holt nun erneut auf die Tanzfläche, nur um dort nach einem ausladenden Balzritual schulterzuckend zu resginieren.

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Ropes Of Night

Ropes Of Night – Impossible Space

Für geschmackvolle Finsternis ist immer etwas Platz. Ralph Schmidt verfolgt diese unter anderem bei Ultha, die für ihre Extreme zwischen Black-, Death- und Post-Metal sowie Grindcore bekannt sind, um nur einige der geschmackvoll chaotischen Einflüsse zu nennen. Vor zwei Jahren gründete er Ropes Of Night, das mit derlei Ideen jedoch herzlich wenig am Hut hat und stattdessen klassischen Post Punk mit einer feinen Prise Gothic-Blei serviert. Auf „Impossible Space“ erkunden die Kölner, wie viel Traurigkeit die menschliche Seele verkraften und wie mutig der menschliche Geist sein kann.

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