Schlagwort: Post Punk

Kesä – Kesä

Was passiert, wenn man New Romanticism, New Wave und Synthi-Pop mit Post Punk, krautigen Soundtracks und Texten in finnischer Sprache kreuzt? So in etwa gestaltet sich der Hintergrund von Kesä (dt. „Sommer“), die sich – nomen est omen – im Sommer 2014 gründeten und nach zwei Singles nun ihr Debütalbum bei Svart Records veröffentlichen. Wo sonst vor allem Doom- und Psychedelic-Bands zuhause sind (aber eben auch die mittlerweile umbenannten Post-Punk-Heroen Beastmilk ihre ersten Schritte wagten), erscheint das schlicht „Kesä“ betitelte Werk.

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Tocotronic – Tocotronic (Das rote Album)

Der Paradigmenwechsel im Hause Tocotronic deutete sich bereits vor zwei Jahren an, als auf die „Berlin“-Trilogie das zwischen Dream-Pop, Psychedelic und Shoegaze pendelnde „Wie wir leben wollen“ die Fühler der deutschen Indie Rock-Institution nachjustierte. Dennoch überrascht das neue, eponyme Werk – kurzerhand mit dem Untertitel „Das rote Album“ versehen – durchaus. Es ist dies die Pop-Platte des Quartetts mit gelegentlichen Ausflügen gen New Order und Depeche Mode.

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Leo Hört Rauschen. – Modern Modern

Post Punk war immer schon integraler Teil des Schaffens von Leo Hört Rauschen. 2011 gegründet, war die im Folgejahr erschienene erste EP „100 Jahre Freizeit“ insgesamt aber deutlich poppiger ausgelegt, vermehrt im Indie-Sektor beheimatet. Neben zwei Besetzungswechsel waren es vor allem die Arbeiten an der ZDF Kultur-Theaterproduktion „Radikal Büchner“ im kühlen, nackten Dessauer Bauhaus, die den Sound des Debütalbums „Modern Modern“ Richtung Karies und, nomen est omen, Bauhaus rücken ließ.

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Vierkanttretlager – Krieg&Krieg

In einer ersten Prognose wurde das vor über drei Jahren veröffentlichte Vierkanttretlager-Debüt „Die Natur greift an“ als mögliches Sturm-und-Drang-Album bezeichnet, als ruppiger Auftakt jener Husumer, die das Zeug zu den künftigen Elder Statesmen des deutschsprachigen Indie Rock-Genres haben. Meinte man, wird nun aber eines Besseren belehrt. „Krieg&Krieg“ vertont die nahende Apokalypse und das Dahinscheiden der letzten Menschen; „Krieg&Krieg“ stellt der neuen Post-Punk-Generation um Die Nerven und Karies die Rute ins Fenster.

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A Place To Bury Strangers – Transfixiation

Existentielle Ängste bestimmen das Erscheinungsbild von „Transfixiation“. Als sich A Place To Bury Strangers nach knapp zwei Jahren auf Tour für den Nachfolger von „Worship“ im Studio einschlossen, um den Live-Schwung mitzunehmen, scheiterten sie beinahe an sich selbst. Nach einem Monat wurden die Sessions, dem Zusammenbruch nahe, abgebrochen. Die Folge: Communication Breakdown, zwei Monate mit beinahe totaler Funkstille. Schließlich raufte sich das Trio zusammen und stellte „Transfixiation“ fertig, das von der Beinahe-Auflösung der Band hörbar geprägt wurde.

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Empire Escape – Empire Escape

Unter dem Motto „Flucht nach vorn!“ wird neue Musik von Empire Escape angekündigt. Die Nachfolgeband der Post-Indie-Rock-Hoffnungsträger Ikaria debütierte vor 14 Monaten mit einem sympathischen eponymen Album, das sich irgendwo zwischen Interpol und Editors platzierte. Seither durchlebte man ein Wechselbad der Gefühle, spielte in ausverkauften Häusern, supportete die Shout Out Louds und trat ebenso vor gerade einmal drei Leuten auf – ein gutes Stichwort, denn Empire Escape sind mittlerweile zum Trio geschrumpft, kündigen aber selbstbewusst für kommendes Jahr ein zweites Album ein. Die EP „Empire Escape“ dient dazu, Münder wässrig zu machen.

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Restorations – LP3

Springsteen ist bei jungen Rockbands wieder groß im Trend, und doch sind Restorations wesentlich mehr als nur eine unter vielen Kapellen, die dem Boss huldigen. Ganz so jung ist das Quintett aus Philadelphia freilich nicht mehr, hat dafür umso mehr Spaß an klassischem Genre-Bending. Americana, Punk, Folk, Post Punk, Alternative-Geballer – all das und viel mehr zieht sich wie ein roter Faden durch „LP3“, ein weiteres bärbeißiges Monster mit einer Latte an Hits und angenehm strapaziösen Experimenten.

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Karies – Seid umschlungen, Millionen

Es zuckt wieder im schönen Schwabenland. Über die Definition von Post Punk ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Neben der tanzbaren, chartstürmenden Fraktion der zweiten Welle (Franz Ferdinand, Maximo Park, Bloc Party) gibt es noch die schroffen Originale rund um Killing Joke und Crass, bei denen tatsächlich der Punk im Mittelpunkt steht. Karies stammen aus dem Dunstkreis von Die Nerven, deren Schlagzeuger auch hier mitwirkt, und orientieren sich an den erwähnten Pionieren wie auch an NDW-Lautmalern wie Abwärts. Nicht umsonst beschwört „Seid umschlungen, Millionen“ einen Sound, der wie die deutsche Antwort auf den jüngsten Output von xBOMB FACTORY wirkt.

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Childhood – Lacuna

Was macht man, wenn man mit dem Gedanken spielt, eine Band zu gründen, sich bis dato aber nicht dazu durchringen konnte? Richtig, man erzählt jedem, der es hören will, von den ersten gemeinsamen Songs. So oder so ähnlich wanderten Ben Romans-Hopcraft und Leo Dobsen vor etwas über zwei Jahren über den Campus ihrer Universität und schwärmten Freunden von Childhood vor. Hinter der Großmäuligkeit steckt tatsächlich Substanz, denn wenig später, nach der Veröffentlichung eines gemeinsamen Songs, wurde aus dem Hirngespinst eine Band, die nun einen Plattenvertrag hat und das Debütalbum „Lacuna“ veröffentlicht.

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INVSN – INVSN

Ohne Frage ist Dennis Lyxzén eine der wichtigsten Figuren der skandinavischen Musikszene der letzten 20 Jahre. Mit Refused definierte und revolutionierte er das Post-Hardcore-Genre, The (International) Noise Conspiracy etablierte sich als treibende, politische Kraft, die zuletzt vornehmlich von Edelfan Rick Rubin produziert wurde. Aus Lyxzéns einstmaligem Soloprojekt Lost Patrol wurde nach mehreren Namenwechseln und der Ausdehnung gen Bandformat INVSN, die zuletzt als Invasionen zwei Alben in schwedischer Sprache veröffentlicht hatten. Mit der neuen, eponymen Platte visiert man auf Englisch den internationalen Markt an.

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