Schlagwort: Punk Rock

Love A

Love A – Meisenstaat

Lang ist’s her, über fünf Jahre: Love A hatten sich zumindest auf Platte rar gemacht. Man genoss die Möglichkeit, sich auf die Musik zu konzentrieren, und veröffentlichte zwischendurch mit diversen Nebenschauplätzen, wie Trixsi und The Dead Sound. Nun will es das Quartett aus Trier wieder wissen und bemüht frische Ansätze im vertrauten Gewand. Man verzichtete auf Einflüsse von außen und nahm alleine in lockerer Proberaum-Atmosphäre auf, einzig der Mix wurde ausgelagert. Musikalisch halten Hall und Härte Einzug, bemühen mehr Breite, ohne auf die vertraute Resignation zu verzichten. „Meisenstaat“ zeigt Love A abermals in bestechender Form.

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Spielbergs

Spielbergs – Vestli

Mit drei hochkarätigen Releases binnen 18 Monaten spielten sich Spielbergs frei und debütierten höchst eindrucksvoll. Und doch singen die Norweger nun plötzlich vom Gefühl des Gefangenseins, was zu ihrem gerne lärmenden Alternative-Sound mit Punk- und Emo-Einschlägen auf den ersten Blick nicht so recht zu passen scheint. Laut Sänger und Gitarrist Mads Baklien geht es darum, im eigenen Kopf, in den eigenen Gedankenwellen gefangen zu sein, von Bedauern, Sorgen und Ängsten zerfressen, regelrecht lahmgelegt zu werden. „Vestli“ ist der Titel des zweiten Albums und zugleich jener Vorort Oslos, in dem Baklien und Bassist Stian Brennskag aufwuchsen. Das Credo: Selbst wenn man Vestli verlassen kann, verlässt einen Vestli nie.

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The Flatliners

The Flatliners – New Ruin

Zurück zu den Wurzeln, zurück zum Spaß: Pünktlich zum 20jährigen Bandjubiläum sind The Flatliners wieder bei Fat Wreck unterwegs und haben zugleich eine neue Platte am Start. Und die, so die Kanadier, bereitete ihnen große Freude. Nach fast 600 Tagen Zwangstrennung durch Umstände fand man sich wieder, produzierte selbst und nahm mit Freunden auf. Tatsächlich verbirgt sich einiges an Düsternis hinter diesem zurückgewonnenen Spaß an der Musik: „New Ruin“ befasst sich mit einer Welt, die gerade zusammenbricht, und greift überholte Ideologien sowie Institutionen mit einer Wut an, die man so von diesem Quartett nicht kennt.

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Joseph Boys

Joseph Boys – Reflektor

Scharfzüngig, scharfkantig – generell einfach irgendwie scharf. Das sind Joseph Boys, eine Band um erfahrene Musiker mit gemeinsamer Spielwiese. Grundsätzlich im Post-Punk angesiedelt, aber gerne rockig bis noisig unterwegs, musiziert das Auge bei diesem Quartett mit. Ganzheitliches Auftreten von den Songtexten über das Artwork bis jin zur Video-Ästhetik unterstreicht lautstarke Wortmeldungen in unbequemen Gefilden. „Reflektor“, ihr neues Album, brettert mit Nachdruck durch emotionale und gesellschaftliche Untiefen, reiht unnahbare Düsternis an unerwartete Eingängigkeit.

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Beach Rats

Beach Rats – Rat Beat

Veteranen lärmen lauter: Im vermeintlich fortgeschrittenen Alter tun sich Mitglieder von Bad Religion, Lifetime und Bouncing Souls zusammen, um eine lupenreine Hardcore-Punk-Platte aufzunehmen. Bereits die erste EP von Beach Rats war ein voller Erfolg, ein paar kurze Live-Auftritte sollten folgen. Nach der Zwangspause spielte man ein komplettes Album an nur einem Tag ein. Das Ergebnis ist laut, ungehobelt und doch verhalten eingängig, eine Zeitreise der ruppigen Art. „Rat Beat“ fällt mit Anlauf in den Jungbrunnen.

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Cadet Carter

Cadet Carter – Anthems For The Weak

Und sie wachsen weiter: „Perceptions“ katapulierte Cadet Carter in die iTunes-Download-Charts sowie ins Vorprogramm von Basement und Touché Amoré. Auf diesen Lorbeeren könnten sich die Wahl-Münchener natürlich prima ausruhen, tun sie aber – selbstverständlich – nicht. Stattdessen suchen sie mit ihrem Emo-Punk neue Wege der Nachdenklichkeit, um mit der eigenen Vergangenheit sowie mit einer ungewissen Zukunft zurande zu kommen. „Anthems For The Weak“ bemüht sich um den Mut der Verzweiflung und Zweckoptimismus mitten in der Ungewissheit.

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Blood Command

Blood Command – Praise Armageddonism

Im Frühjahr 2020 befanden sich Blood Command einmal mehr auf der Suche nach einer neuen Sängerin, nachdem Karina Ljone die Band aufgrund ihrer Schwangerschaft verlassen hatte. Fündig wurde man ausgerechnet in Australien, rund 15.000 km von der norwegischen Heimat entfernt. Die ehemalige Pagan-Stimme Nikki Brumen erhielt das mit Ljone bereits komplett eingespielte Album und fand sich in den Texten sofort wieder. Logistischer Albtraum hin oder her, Brumen heuerte an, zog sogar in den hohen Norden und verpasste den Tracks ihre eigene Würze. „Praise Armageddonism“ setzt die ureigene Death-Pop-Vision konsequent fort.

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Petrol Girls

Petrol Girls – Baby

Ren Aldridge möchte sich freischwimmen von den teils selbst auferlegten Zwängen einer politischen Punk-Szene, die zu Moralisierung und Scheinheiligkeit tendieren kann. Kurzum: Die Stimme von Petrol Girls wollte ein gewisses Augenzwinkern in die nach wie vor drastischen Lyrics zurückholen. Ihre kürzlich von London ins steirische Graz gezogene Band nahm dies zum Anlass, den Sound deutlich nuancierter auszulegen. „Baby“, das mittlerweile dritte Album, soll deutlich respektloser ausfallen, weiterhin klare Stellung zu heißen Eisen beziehen und dabei nicht bierernst bleiben.

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Joyce Manor

Joyce Manor – 40 oz. To Fresno

Eigentlich hatten Joyce Manor eine Pause geplant. Das letzte Album „Million Dollars To Kill Me“ erschien im Herbst 2018, danach wollten die zum Trio geschrumpfte Band etwas durchschnaufen. Die Pandemie kam dazwischen, aus Langeweile griff Sänger und Gitarrist Barry Johnson wieder zum Notizbuch und arbeitete an neuem Material. ‚Neu‘ ist tatsächlich relativ, denn nicht jeder Track wurde eigens für diese Platte geschrieben. Obwohl die Songs für „40 oz. To Fresno“ über einen Zeitraum von acht Jahren erarbeitet wurden, wirkt das Album wie aus einem Guss und bringt den vertrauten Sound zwischen (Pop-)Punk, Indie und Emo aufs Parkett.

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Trixsi

Trixsi – …And You Will Know Us By The Grateful Dead

Eigentlich keine Überraschung, dass „Frau Gott“ so gut geworden war: Die durchaus prominenten Namen hinter Trixsi bürgen für Qualität und fanden schnell einen gemeinsamen musikalischen Nenner. Und nu? Zwei Jahre später wird einfach nachgelegt, ganz lässig und ungekünstelt. Das Quintett sagt von sich selbst, es wolle das sprichwörtliche Rad – eigentlich Räder – nicht neu erfinden. Stattdessen setzt es den nunmehr bekannten Mix aus Indie, Alternative, Post und Punk mit dosiger Verpackung. „…And You Will Know Us By The Grateful Dead“ trägt einen großartigen Titel. Ist das alles?

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