Schlagwort: Punk Rock

Lazy Queen

Lazy Queen – A Human Reaction

Mit ihren kurzen Appetithäppchen machen Lazy Queen seit einigen Jahren von sich reden. Zuletzt meldete sich das norwegische Quartett vor elf Monaten mit dem charmanten „Get Home Or Die Trying“, schon geht die wilde Reise weiter. Aus Sicherheitsgründen in fragmentierten Slots für sich aufgenommen, ließ die Band ihrem Ärger freien Lauf, konnte diesen aber nicht auf vertraute Weise zum Ausdruck bringen. Also ließ man unter anderem ein wenig Elektronik Einzug halten, die sich vor allem in den Zwischenspielen von „A Human Reaction“ ausdrückt.

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Rotten Mind

Rotten Mind – Unflavored

Im Umkreis von Rotten Mind bleibt es höchst umtriebig. Das letzte Album hat erst zwei Jahre am Buckel, 2021 veröffentlichte Frontmann Jakob Arvidsson zudem einen kleinen Solo-Exkurs. Nun sind die Schweden wieder am Start und treiben die düsteren Entwicklungen der Vorgänger konzentriert voran. Obwohl sie im Herzen weiterhin dem Punk unterstehen, rücken Rotten Mind nun Dark Wave und Post Punk mit Garage- und Alternative-Attitüde in den Vordergrund. „Unflavored“ entpuppt sich erdrückende und doch so verführerische Hit-Maschine.

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Drug Church

Drug Church – Hygiene

Auf „Cheer“ hielt Melodie Einzug in den Sound, nun wachsen die Songs mit: Vor dreieinhalb Jahren legten Drug Church einen kantigen und zugleich hymnischen Leckerbissen vor, der mit den Hardcore-Wurzeln zunehmend Schlitten fuhr, die Punk- und Rock-Einflüsse intensivierte. Genau das passiert nun auch auf dem Nachfolger, ohne dass dies bewusst geplant gewesen wäre. Stattdessen feilte das US-Quintett einfach weiter am eigenen Sound und spricht von einer zufälligen Schönheit, die während den Aufnahmen entstand. „Hygiene“ bietet sich für höhere Weihen an.

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Ruined

Ruined – Everything Is

Solo-Projekt gewinnt Mitglieder für Live-Auftritte und wird schließlich zur vollwertigen Band, das ist die sehr stark vereinfachte Entstehungsgeschichte von Ruined. Sänger und Gitarrist Gian veröffentlichte die erste EP 2019 noch im Alleingang, mittlerweile sind die Schweizer als Quartett unterwegs, spielten zwei weitere Kleinformate ein und nützten die unfreiwillige Bühnenpause, um am eigenen Sound zu arbeiten. Ihr Emo-Punk mit Hardcore- und Punk-Rock-Einflüssen wirft nun das erste komplette Album „Everything Is“ ab. Darauf findet sich nicht nur neuer Stoff, sondern auch Material, das vor der eigentlichen Gründung entstand.

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Go Go Gazelle

Go Go Gazelle – Instinkte

Dämmerschlaf? Nicht mit Go Go Gazelle! Ihren Erstling veröffentlichten die Augsburger am Anfang der Pandemie, mit den erhofften Live-Aktivitäten ging leider nicht ganz so viel. Während die Kulturszene kämpft, schloss sich das Trio im Proberaum ein, um Negativschlagzeilen mit schmissiger Kreativität zu begegnen. „Instinkte“ denkt den Punk-, Indie- und Folk-Ansatz mit Elan weiter, wagt musikalisch noch etwas mehr und schreibt weiterhin kleine Hits, die förmlich nach der Bühne schreien. Und das wird auch irgendwann wieder passieren.

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Shoreline

Shoreline – Growth

Mehr als 200 Shows in ganz Europa mit so illustren Bands wie Hot Water Music, Basement und Spanish Love Songs, dazu eine starke EP und ein nicht minder unterhaltsames Album: Shoreline aus Münster ackern sich seit Jahren nach vorne. Ihr Punk-Sound, der gerne mal in Emo- und Hardcore-Gefilden fischt, ist so zeitlos wie brandaktuell, dazu kommt die Verbindung persönlicher und größerer gesellschaftlicher Themen in den pointierten Texten. Klingt nach den Zutaten für den ganz großen Wurf, und genau diesen hätte sich das Quartett mit „Growth“ mehr als verdient.

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Billy Talent

Billy Talent – Crisis Of Faith

Fünfeinhalb Jahre. Noch nie war so viel Zeit zwischen zwei Alben von Billy Talent vergangen. Es war nicht so, als hätten es die Kanadier nicht immer wieder versucht, zogen sich nach sämtlichen Störungen ihres Alltags – Lockdowns, ein Todesfall im Familienkreis, Tourabsagen – wiederholt ins Studio zurück, um an neuem Material zu feilen. Immer wieder schafften es einzelne Songs an die Oberfläche, dann gab es mehrere Monate der kompletten Funkstille. Aus diesem vermeintlichen Stop-and-Go-Chaos tankt sich „Crisis Of Faith“ nun zurück an die Oberfläche und zeigt das Quintett so vielfältig, so musikalisch breit aufgestellt wie nie zuvor.

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Nathan Gray

Nathan Gray – Rebel Songs

Angesichts der zuletzt betont introvertierten, persönlichen Texte vergisst man gerne, dass Nathan Gray ein sehr politischer Mensch ist – dafür reicht ein Blick auf die Anfänge von Boysetsfire. Als sich der private Nebel sozusagen lichtete, folgte die Rückkehr mit Auge auf die Zukunft. Gray widmet sich seiner politischen Lebensgeschichte und schlägt die Brücke zur Gegenwart mit einem Statement gegen Spaltung, gegen soziale Kälte. Und so befasst sich „Rebel Songs“ mit dem Protest als Stilmittel, begleitet von prominenten Freunden und der Freude am dicken Bandsound.

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Es war Mord

Es war Mord – Four Track Mind Vol. 4 – In der Miesosuppe

Das Konzept ist so einfach wie genial: Für die Serie „Four Track Mind“ lädt Tomatenplatten Bands in ein kleines Studio, um auf einem Vier-Track-Tascam-Kassettenrecorder ein paar Songs einzuspielen. Für die mittlerweile vierte Auflage konnten Es war Mord gewonnen werden, das Berliner Quintett mit Düster-Punk-Faible. Auf bislang einem Album und mehreren Kleinformaten ging es um unbequeme, durchaus politische Themen mit klarer Kante. Schlechte Streitkultur, Aggressionsprobleme und Identitätskampf statten die sechs Songs auf „In der Miesosuppe“ aus.

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Lygo

Lygo – Lygophobie

Nach dem Abschluss ihrer letzten Tour zu „Schwerkraft“ planten Lygo eine Pause auf unbestimmte Zeit, um sich einfach mal anderweitig auszutoben. Als die Welt stillstand, kam die Lust aufs Songwriting schneller zurück, als man erwartet hatte. Zudem konnte die Band nun selbst Musik im Proberaum aufnehmen – Drummer Daniel hatte sich in der Auszeit mit Musikproduktion beschäftigt. Und dann gab es noch einen angenehmen Zufall: Das Trio entdeckte den Begriff „Lygophobie“. Diese übermäßige Angst vor der Dunkelheit, so die Bedeutung, wird auf der gleichnamigen neuen Platte durch den Weg zurück ins Licht konterkariert.

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