Schlagwort: Punk Rock

The Dirty Nil

The Dirty Nil – Fuck Art

Ein Stück Alltag war wohl selten so wichtig und willkommen wie jetzt. Während andere über ein grausames Jahr schreiben, kümmern sich The Dirty Nil um das Drumherum, um Beziehungen, das Älterwerden und typische Ärgernisse, die das Leben so mit sich bringt. Zwischen hektischen Aufnahmen, letzten Flügen nachhause und Quarantäne-Sessions sowie steten Desinfektionen und digitalem Spurenversand entstand ein Rockalbum als Ausflucht aus dem Alltag. „Fuck Art“ eröffnet das Jahr mit einem Donnerhall.

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Me On Monday

Me On Monday – Lonely Satellite

Was macht eigentlich gute Musik aus? Für manche sind es clevere, ausgeklügelte Arrangements mit großem Anspruch und komplexem Aufbau, für andere kann es nicht schnell und hibbelig genug sein, während wieder andere nach der perfekten Melodie suchen – diese Aufzählung ließe sich wohl endlos fortsetzen. Me On Monday haben schlicht und ergreifend Bock auf poppigen Punk, nicht mehr und nicht weniger. Ihr Sound hat etwas von Eskapismus und Hochstimmung, ohne dabei auf versteckte Ecken und Kanten zu verzichten. Eine erste EP veröffentlichte das Quintett aus Leipzig vor zwei Jahren, nun legen sie mit „Lonely Satellite“ nach.

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Less Than Jake

Less Than Jake – Silver Linings

In einem Horrorjahr lauert die Hoffnung ganz am Ende. Nein, es geht ausnahmsweise nicht um die US-Präsidentschaftswahl, sondern um den sprichwörtlichen Silberstreif am Horizont. Oder, noch besser, gleich mehrere. Genau die haben Less Than Jake im Gepäck, die ihr erstes Album seit sieben Jahren mitbringen. Auf „Silver Linings“ müssen die Ska-Punk-Veteranen erstmals ohne Gründungsmitglied Vinnie Fiorello und somit ohne ihren Haupttexter auskommen. Mit diesem vermeintlichen Manko geht das Quintett aus Florida aber gewohnt locker um.

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Red City Radio

Red City Radio – Paradise

Eine kleine kreative Pause ist nie verkehrt. Das dachten sich wohl auch Red City Radio, als sie nach dem Release ihres selbstbetitelten Albums vor fünf Jahren deutlich langsamer machten und zwischenzeitlich nur eine kleine EP veröffentlichten. Und dann biegen sie in diesem Jahr mit einer Platte namens „Paradise“ ums Eck, weil: natürlich. Tatsächlich war das Album bereits vor Covid fertiggestellt, passt allerdings hervorragend zur ermattenden Gegenwart. Zudem streckt sich das Quartett aus Oklahoma musikalisch ein wenig.

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Val Sinestra

Val Sinestra – Zerlegung

Vor drei Jahren gerieten sie unter Druck, jetzt zerlegen sie einfach alles. Die Rede ist von Val Sinestra. Das Berliner Punk-Quartett veröffentlichte seinen Einstand vor drei Jahren und supporteten in weiterer Folge The Bronx sowie Frank Carter & The Rattlesnakes. Tatsächlich hört man das der Band auch an, denn ihr Ansatz ist zugleich rockig und von Hardcore-Elementen durchdrungen. Auf „Zerlegung“ kotzen sich Val Sinestra nun einmal mehr gekonnt aus und ziehen ihren Stiefel souverän durch.

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Refused

Refused – The Malignant Fire

13 Monate nach dem Release ihres aktuellen Albums „War Music“ sind Refused schon wieder da. Eigentlich wollten die Schweden den Großteil des Jahres auf den Bühnen dieser Welt verbringen, was aus bekannten Gründen nicht klappte. Vor einer solchen Tour sollte zudem eine brandneue EP erscheinen. Das funktioniert allerdings auch ohne Live-Aktivitäten: „The Malignant Fire“ setzt mit fünf neuen Tracks den auf „War Music“ eingeschlagenen Weg souverän und kurzweilig fort.

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I Am The Avalanche

I Am The Avalanche – Dive

I Am The Avalanche sind nicht unterzukriegen und kommen immer wieder. Ihr neues Album – das erste seit sechs Jahren – nahmen sie Mitte März auf, als COVID-19 erstmals den Großteil der USA heimsuchte. Frontmann Vinnie Caruana floh zwar nachhause, kaum dass seine Aufnahmen abgeschlossen waren, infizierte sich aber ebenso wie seine Frau. Beide waren nach mehreren bettlägerigen Wochen glücklicherweise genesen, und so nimmt so manche Zeile auf „Dive“ eine neue Bedeutung an. Dass die zu diesem Zeitpunkt bereits aufgenommenen Texte zur aktuellen Situation passen, sei dem beschissenen Status Quo zuvor geschuldet, so Caruana.

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Thelonious Monster

Thelonious Monster – Oh That Monster

Bereit für ein weiteres Comeback? Für Thelonious Monster ist dies bereits die dritte Reunion. In den 80er und 90ern veröffentlichten die US-Amerikaner einige bissige Punk-Platten, tauchten unter, kamen für Live-Aktivitäten und „California Clam Chowder“, das bislang letzte Studioalbum aus dem Jahr 2004, wieder zusammen, machten abermals eine Pause bis zu einem kleinen Live-Comeback, und sind nun zurück. Wie lange dieser Zustand mit immerhin drei Mitgliedern des Original-Lineups hält, muss sich erst zeigen. Das neue Werk „Oh That Monster“ erscheint pünktlich zum Wahltag in den USA. Worum bzw. um wen es geht, liegt auf der Hand.

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Lester

Lester – Die beste aller Zeiten

Raus aus der Tristesse eines absoluten Mistjahres, vorbei am Stillstand und hin zur Hoffnung auf Glück, auf bessere Tage: Lester liefern die Antithese zu Pein und Pandemie mit zehn Songs zwischen Punk, Indie und 90s-Emo. Was auf dem Debütalbum der vier Münchner bereits recht gut funktionierte, wird nun kultiviert: Mit einem neuen Label im Rücken versucht „Die beste aller Zeiten“ ein Meer aus geplatzten Träumen vergessen zu machen.

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Mourn

Mourn – Self Worth

Ein Frühjahr, das so schnell niemand vergessen wird: Von der grassierenden Pandemie ganz abgesehen, hatten Mourn plötzlich mit internen Problemen zu kämpfen. Die Gruppendynamik stimmte nicht mehr, Drummer Antonio Postius verließ schließlich die Band. Die Katalanen befreiten sich von diesen Missetönen und zogen sich für eine knappe Woche in ein kleines Haus in den Pyrenäen zurück, um neue Songs zu schreiben. Zurück in der Heimat, mit einem neuen Drummer, fand man den Teamspirit schnell wieder und nahm neue Musik auf. Mit „Self Worth“ halten Mourn ihren Zwei-Jahres-Rhythmus und servieren eine waschechte Empowerment-Platte.

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