Moving The Mess – High Wired

Moving The Mess

Oft kommen die schönsten Überraschungen ganz unerwartet: Eine Band wie Moving The Mess hatte man, zumindest außerhalb Berlins, bis dato kaum auf der Rechnung, und doch kann das Quintett bereits auf 15 Jahre Banderfahrung zurückblicken. Die Punk-Rocker aus der Hauptstadt teilten sich die Bühne unter anderem schon mit Alkaline Trio und The Dirty Nil, erinnern musikalisch stellenweise jedoch an eine andere Berliner Größe. „High Wired“ ist ihr Debütalbum.

Wenn „Party Remote Control“ das Album mit einem Hauch von Stakkato und herrlich geröhrten Vocals eröffnet, schwingt eine ordentliche Portion Beatsteaks mit. Sind das hier tatsächlich die kleinen Geschwister von Arnim und Konsorten? Tatsächlich lässt sich eine entfernte Verwandtschaft feststellen, und doch treten Moving The Mess bereits im lässigen, hochgradig eingängigen Refrain locker aus deren Schatten. Dicker Rock-Anteil und emotionale Untertöne begleiten das Geschehen.

Apropos emotionale Untertöne: Ein „Connotations“ schielt ein wenig gegen kauzigere Emo-Gefilde, und auch „French Moon German Sun“ bedient zumindest stellenweise die zackig-leidenschaftliche Seite der Gitarrenmedaille. Punk bleibt also Begleiter und wird vertiefend eingesetzt. Die Video-Auskopplung „Dead Hand Of The Past“ geht beispielsweise mit voller Kraft nach vorne, rumpelt und spuckt zwischenzeitlich ordentlich. In „Microwavetaste“ versteckt sich ein eingängiges Mini-Monster mit schön verwobener Aufbruchsstimmung, während der Titeltrack „High Wired“ wieder die ganze Schiene von Punk bis Percussion, Alternative bis Core-Hymne abdeckt.

31 Minuten, nicht mehr und nicht weniger benötigen Moving The Mess, um mit ihrem Erstling ins Schwarze zu treffen. „High Wired“ klingt in den ersten Takten wie eine unterhaltsame Beatsteaks-Variation, nur um urplötzlich den Hebel umzulegen und Gas zu geben. Durchgehend Hits und kurzweilige Rocker, feiste Emo-Untertöne und mächtig Alternative-Schlagseite ergeben unterm Strich ein unterhaltsames Debüt, das förmlich nach der nächsten Tour schreit. Diesen Namen wird man sich merken müssen.

Moving The Mess - High Wired

High Wired
VÖ: 14.04.2018
Eigenvertrieb

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