Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Plan B – The Grindhouse Tour – Live At The O2

Aus dem Nirgendwo wurde Plan B 2010 zum Gast in den internationalen Charts. „She Said“ erreichte die Top 10 und hielt sich 31 Wochen in den Charts, das dazugehörige Album „The Defamation Of Strickland Banks“ peakte gar auf der #7. Als es für den Briten von Soul zurück zu seinen Rap-Wurzeln ging, waren zumindest in Deutschland deutlich weniger Käufer an Bord, auch wenn es in UK für den Soundtrack zu „iLL Manors“ für die Spitze reichte. Beide Platten vereinte der mittlerweile 30jährige Ben Drew im Februar 2013 auf seiner Arena-Tour zu einem konzeptuellen Live-Doppelschlag. Das dazugehörige Bild-Dokument „The Grindhouse Tour – Live At The O2“ verdient die Bezeichnung ‚Konzertfilm‘ wie kaum ein anderer Live-Release der letzten Jahre.

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The KVB – Minus One

Es ist ein brachialer, schwer entstellter Wall of Sound mit Pop-Appeal und psychedelischen Untertönen, der aktuell den Underground der britischen Hauptstadt bereichert und nun endlich nach Deutschland rüberschwappt. The KVB, ein audiovisuelles Projekt um die beiden jungen Londoner Nicholas Wood und Kat Day, bietet tief in den 80ern verwurzelte Klänge, zwar gitarrengesteuert, wohl aber irgendwo zwischen New Romanticism, Post Punk und Psycho-Pop hängen geblieben. Entsprechend dicht gestaltet sich ihr neues Album „Minus One“, die bereits zweite Platte in diesem Jahr und dritte insgesamt.

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Beady Eye – Soul Love / Iz Rite

Die seit Jahren erwartete Implosion von Oasis brachte gleich zwei neue Bands mit sich: Noel Gallagher’s High Flying Birds um, nun ja, Noel Gallagher, sowie Beady Eye mit gleich vier ehemaligen Mitgliedern, zu denen auch Liam Gallagher zählt, kürzlich um Ex-Kasabian-Gitarrist Jay Mehler verstärkt. Zwar trennt man sich nach wie vor nicht ganz von der Vergangenheiten – nach wie vor schaffen es einzelne Oasis-Songs in die Live-Sets, spätestens mit dem im Juni veröffentlichten zweiten Album „BE“ konnte man sich dafür vollends als eigenständige Band etablieren. Das Kalenderjahr beschließen Beady Eye mit der mittlerweile zur Rarität gewordenen Kurzform der Doppel-A-Seite: „Soul Love / Iz Rite“.

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Apocalyptica – Wagner Reloaded – Live in Leipzig

Die Zeit, in der Apocalyptica die internationale Metalszene mit ihren Cello-Cover-Versionen von Metallica-Songs in Verzückung versetzten, ist lange vorbei. Zwei Dekaden fiedeln sich die Finnen mittlerweile durch die Lande und durften dabei mit Till Lindemann, Corey Taylor oder Sandra Nasic zusammenarbeiten. Das letzte reguläre Album „7th Symphony“ erschien 2010, danach wurde es nach ausgedehnten Live-Aktivitäten zunächst einmal ruhig um das Quartett. Nicht ganz, denn zum 200. Geburtstag des Komponisten Richard Wagner brachte man gemeinsam mit Gregor Seyffert das Tanz-, Theater- und Konzert-Event „Wagner Reloaded“ in Leipzig auf die Bühne. Den musikalischen Beitrag von Apocalyptica gibt es nun als Live-Mitschnitt zu kaufen.

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Blue Rodeo – In Our Nature

In ihrer kanadischen Heimat sind sie Stars und verdiente Mitglieder der nationalen Music Hall of Fame, in Europa 29 Jahre nach Gründung immer noch bloß ein Geheimtipp: Blue Rodeo um die beiden Sänger und Haupt-Songwriter Jim Cuddy und Greg Keelor ließen seit ihrem letzten Album ungewohnt lange vier Jahre verstreichen. Das lag vor allem an Keelors Problemen mit dem Gehör, die eine lange Auszeit, einhergehend mit kleinen Veränderungen in Sound und Herangehensweise, mit sich brachten. Die prominente E-Gitarre rückt ein wenig in den Hintergrund, der smarte, bewegende Country Rock ist dem 13. Studioalbum „In Our Nature“ erhalten geblieben.

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Skambankt – Voodoo

Ursprünglich 1994 als Trio gegründet, um bei einem Konzert für eine ausgefallene Band einzuspringen, lösten sich Skambankt (dt. „verprügelt“ oder „zusammengeschlagen“) angesichts ausbleibender Gigs gleich darauf wieder aus. Zehn Jahre später traf man sich erneut auf einer Junggesellenparty, wo man sich spontan zu einem Auftritt entschied. Sänger und Gitarrist Terje Winterstø Røthing hatte sich in der Zwischenzeit als Mitglied von Kaizers Orchestra einen Namen gemacht, einen Plattenvertrag hatte man schnell in der Tasche, vier Alben und eine EP entstanden seither. Nun, da Rothings Hauptband ihre opulente „Violeta Violeta“-Trilogie abgeschlossen hat, bleibt Zeit für Neues von Skambankt, vorab in Form der Single „Voodoo“.

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Dream Theater – Live At Luna Park

Mit dem Ausstieg von Mike Portnoy wurden Dream Theater unfreiwillig aus ihrer Komfortzone gerissen, ein längeres Nachspiel und zahlreiche von Portnoy begonnene (und teils wieder begrabene) Projekte sollten folgen. Mike Mangini heißt der Nachfolger, mit dem sich die Prog-Legenden mehr als zufrieden zeigen. Kurz nach dem Erscheinen des ersten gemeinsamen Albums „A Dramatic Tour Of Events“ 2011, für das Mangini programmierte Drums neu einspielte und nur bedingt mit neuen Facetten versehen konnte, ging es auf eine ausgedehnte Welt-Tournee, die im August 2012 in Südamerika endete. Auf „Live At Luna Park“ sind die beiden Shows aus Buenos Aires zu sehen, zusammengeschnitten zu einem Konzertfilm mit erklecklichem Bonusmaterial.

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The Eclectic Moniker – Two Officers

Sieben Dänen erobern Europa mit Afropop und Calypso – klingt komisch, ist aber so. Das Kollektiv The Eclectic Moniker fährt in seiner nordeuropäischen Heimat regelmäßig respektable Chartplatzierungen ein und gehört zu den meist gespielten Radiokünstlern des Landes. Ihr schlicht „The Eclectic Moniker“ betiteltes Album schaffte es im Sommer auch nach Deutschland, mit „Two Officers“ erscheint nun die mittlerweile dritte Auskopplung daraus, die irgendwie anders und doch, nun ja, ganz anders klingt.

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Satellite Stories – Pine Trails

Vier Finnen versuchen die ersten November-Tage einigermaßen zu erhellen. Satellite Stories debütierten im vergangenen Herbst mit „Phrases To Break The Ice“, gingen medial ein wenig in der Veröffentlichungsflut baden, konnten sich dafür über anständige Blog-Werte und ansehnliche Gigs freuen. Wenige Monate später zog sich das Quartett nach Schweden aufs Land zurück, um zehn neue Songs zu schreiben, die bei Sessions in London und Manchester vollendet wurden. Einige Festival-Gigs erscheint nun „Pine Trails“, das locker an seinen Vorgänger anknüpft.

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Pet Shop Boys feat. Example – Thursday

Kaum eine Band ist so zeitlos wie die Pet Shop Boys. Neil Tennant und Chris Lowe gehören zu den Wenigen, die immer noch wie in den 80ern klingen dürfen, ohne dabei altbacken zu wirken. Etwaige Ausflüge in die Moderne sorgen zwangsläufig für Diskussionen, was wohl auch für diese Single gelten wird. Dabei passt die Idee von „Thursday“ prima zu „Electric“, dem aktuellen, zwölften Studioalbum des Duos, das gleichermaßen klassisch, tanzbar, ausufernd und dabei doch zeitgenössisch klingt. Für diese dritte Auskopplung hat man sich tatsächlich den mit einem Brit Award ausgezeichneten Sänger und Rapper Example ins Boot geholt.

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