Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Mastodon – The Hunter

‚Stillstand‘ ist für Mastodon ein Fremdwort. Das Quartett aus Atlanta, Georgia hat seine brutale, wütende Sludge Metal-Frühphase längst hinter sich gelassen, auf „Blood Mountain“ erstmals eingängigere Songstrukturen für sich entdeckt und zuletzt in Form von „Crack The Skye“ ein echtes Prog-Konzept-Kunstwerk auf die Beine gestellt. Für ihr mittlerweile fünftes Studioalbum wagen die US-Amerikaner nun einen kleinen Schritt zurück, um weiter nach vorne zu kommen: „The Hunter“ gibt sich vergleichsweise geradlinig und songdienlich, setzt vor allem auf Hits und bärbeißige Riffs.

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Machine Head – Unto The Locust

Die illustre Karriere der US-Thrasher Machine Head wird vor allem an zwei epischen Alben festgemacht: ihr Debüt „Burn My Eyes“ und ihr bislang letztes, 2007 erschienenes Werk „The Blackening“ mit epischen, überlangen Songs und dem Beweis, das man auch nach 15 Jahren on the road immer noch überlebensgroße Songs schreiben kann. „Unto The Locust“ kommt nun die unbequeme Aufgabe des Follow-Ups auf eines der besten Metal-Alben des vergangenen Jahrzehnts zu. Aber aufgepasst: Wo man im Normalfall eigentlich nur verlieren kann, basteln Machine Head ein weiteres Überalbum mit sieben packenden, abwechslungsreichen Songs und kleineren, durchaus überraschenden Experimenten.

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The Pierces – You & I

Allison und Catherine Pierce sind ausgebrochen. Die Schwestern aus Birmingham, Albama haben als The Pierces (go figure) bislang drei Alben veröffentlicht, gespickt mit sympathischen 70s-Folk-Pop-Songs und Singer/Songwriter-Perlen. Für ihre vierte Platte „You & I“ haben sie sich über den großen Teich gewagt, in Großbritannien The Darktones – Coldplay-Bassist Guy Berryman und Coldplay-Producer Rik Simpson – an die Regler gelassen und sind prompt auf die #4 im Vereinigten Königreich gegangen; wohlgemerkt wegen rein musikalischer Qualitäten, denn ihr nun auch in Deutschland veröffentlichtes Universal-Debüt ist ein echtes Schmuckstück geworden.

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Casper – Michael X

Mit ausnahmsweise gerechtfertigtem Hype ins Rennen geschickt, explodierte Casper dieses Jahr förmlich in den Mainstream. Sein Album „XOXO“ hat es an die Spitze der Charts geschafft, die Single „So perfekt“ mit exklusiven B-Seiten bis auf die #14. Als Nachfolger kommt nun der vielleicht nachdenklichste, intensivste, am stärksten berührende Track – ohne B-Seiten, als simpler 1-Track-Download mit geringem Promo-Aufwand. Klingt komisch, ist aber so. Der Qualität von „Michael X“ kann diese etwas fragliche Release-Strategie freilich keinen Schaden zufügen.

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Bush – The Sound Of Winter

Skunk Anansie, Stone Temple Pilots und jetzt Bush – die 90er Jahre melden sich wieder zurück. Letzte Post-Grunge-Rocker um Gwen Stefani-Gatten Gavin Rossdale sind für Hits wie „Machinehead“, „Swallowed“ und „Letting The Cables Sleep“ verantwortlich, lösten sich 2002 auf und tauchten größtenteils unter. Einzig Rossdale war mit Institute und seiner Solokarriere einigermaßen im Rampenlicht geblieben. Gemeinsam mit Drummer Robin Goodridge, Stand-in Chris Traynor und Neu-Bassist Corey Britz melden sich die US-Amerikaner am 28. Oktober mit „The Sea Of Memories“ zurück. Wenn die Single „The Sound Of Winter“ ein Anhaltspunkt ist, könnte es sich um ein musikalisch lohnenswertes Comeback handeln.

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The Subways – Money And Celebrity

„Girls & Boys“, „Oh Yeah“, „Rock & Roll Queen“ – die Hits der Subways kann man immer noch mitsingen, zumal sie in jedem Rockschuppen und auf sämtlichen Festivals zu hören sind. Abgenutzt hat sich das gemischte britische Trio (zwei Brüder und eine Ex-Freundin) immer noch nicht, das schwierige zweite Album bravourös gemeistert und eine dritte Platte mit dem Titel „Money And Celebrity“ aufgenommen, die nahtlos an seine Vorgänger anknüpft, weiteren Nachschub für diverse Live-Auftritte bereithält und in einem kleinen aber feinen Moment gerade den deutschen Fans ein kleines Geschenk bereitet.

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Alice Cooper – Welcome 2 My Nightmare

Auch mit stattlichen 63 Jahren gehört Alice Cooper längst noch nicht zum alten Eisen. Zwar ist vom Schockeffekt seiner Anfangszeit kaum etwas übrig geblieben, aber nach über drei Dekaden mit regelmäßigen Releases und sich ändernden soziokulturellen Parametern dürfte dies kaum verwunden. Ursprünglich wollte Cooper eine Fortsetzung seines letzten Albums „Along Comes A Spider“ schreiben, worauf sein langjähriger Mitstreiter Bob Ezrin jedoch herzlich wenig Bock hatte. Stattdessen gibt es in Form von „Welcome 2 My Nightmare“ ein Sequel zum Platin prämierten Klassiker „Welcome To My Nightmare“ aus dem Jahr 1975, damals mit ellenlanger Tour, TV-Special und einer möglichen Broadway-Umsetzung in ferner Zukunft.

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Opeth – Heritage

Einfach haben es Opeth ihren Fans noch nie gemacht. Stets haben sich die Mannen um Mikael Åkerfeldt – Mastermind und einzig verbliebenes Gründungsmitglied – musikalisch verändert, ohne ihren progressiven Charme zu verlieren. Death Metal ist längst passé, auch Folk-Elemente sucht man auf dem mittlerweile zehnten Studioalbum über weite Strecken vergeblich. „Heritage“ bietet psychedelischen, authentischen 70s Prog Rock mit deutlichen Referenzen zu King Crimson, Cream und sogar Led Zeppelin. Zum erst zweiten Mal in der Bandgeschichte wurde auch auf Growls verzichtet.

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Ben Westbeech – There’s More To Life Than This

Der Sommer mag zwar bereits vorbei sein, doch eines der besten Alben für die heiße Jahreszeit erscheint erst jetzt: Ben Westbeech – Sänger, Songwriter, DJ und Produzent – debütierte 2007 mit seinem hervorragenden Album „Welcome To The Best Years Of Your Life“ auf Gilles Petersons renommierten Label Brownswood Recordings. Seither war er auf Songs von Jazzanova und Kraak & Smaak zu hören, produzierte das neue Professor Green-Album und widmete sich dem Auflegen. Mittlerweile bei Strictly Rhythm gelandet, erscheint nun „There’s More To Life Than This“ mit entspannt housigen Untertönen und einer Fülle an Kollaborationen, die zwischen Schweden, Holland, Deutschland und Großbritannien aufgenommen wurden.

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Catherine MacLellan – Silhouette

Catherine MacLellan ist ein Kritikerliebling, deren Stern hierzulande nur sehr, sehr langsam aufgeht, aktuell eher Connaisseuren ein Begriff ist. Dabei liefert die junge Kanadierin seit sieben Jahren immer wieder hervorragende Alben zwischen Country, Folk und Singer/Songwriter ab, zuletzt das überaus sympathische „Water In The Ground“, das hierzulande mit ihrem in Eigenregie veröffentlichten „Dark Dream Midnight“ im Bundle erhältlich. „Silhouette“ ist ihr mittlerweile viertes Werk, auf dem sich eine der besten Genre-Stimmen Nordamerikas erneut selbst übertrifft und Vergleiche mit einer der Größten des Country-Songwriter-Mikrokosmos zulässt.

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