Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Helgi Jónsson – Big Spring

Acht Monate ist es mittlerweile her, dass Helgi Jónsson mit der EP „Blindfolded“ einen Nachfolger für das charmante 2009er-Album „For The Rest Of My Childhood“ ankündigen wollte. Fast spannender ist jedoch, was sich rundherum zugetragen hat. Nicht nur, dass der Isländer mit Tina Dico („Head Shop“, „Sacre Coeur“) auf Tour war, er war zuletzt an einem Nummer-Eins-Hit der Dänin in deren Heimat beteiligt. Kein Wunder, dass sie sich auf „Big Spring“ revanchiert und ein musikalisch überaus breitgefächertes Album veredelt hat.

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When Saints Go Machine – Kelly

Dänemark, Land des elektronischen Wahnsinns. Was hier an Electro-Pop-, Dance- und Alternative-Varietäten die Runde macht, beeindruckt. Neben Ginger Ninja versuchen aktuell auch When Saints Go Machine über das Feinschmecker-Label !K7 Fuß zu fassen. Auf ihrer Debüt-EP „Fail Forever“ – das dazugehörige Album „Ten Makes A Face“ ist hierzulande nur via Import erhältlich – hat das Quartett aus Kopenhagen bereits seine Klasse angedeutet, auf „Konkylie“ vor drei Monaten die Erwartungen bestätigt. Mit „Kelly“ haben die Dänen nun auch einen potentiellen Single-Hit am Start.

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Example – Changed The Way You Kiss Me

Electro und Rap harmonieren hervorragend miteinander – so weit, so unspektakulär. Während man sich gerade in den USA europäischen DJs bedient, kocht Großbritannien ein eigenes Süppchen. Example hatte sich mit „Kickstarts“ erfolglos an einem Einstieg in die deutschen Singlecharts versucht, war in seiner britischen Heimat jedoch in den Top 10. Die brandneue Single „Changed The Way You Kiss Me“ hat es hingegen sogar an die Spitze geschafft – Grund genug, den Song nun auch hierzulande zu veröffentlichen; erstmals mit einem Majorlabel im Hintergrund.

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A5 Richtung Wir – Für immer diese Stadt

Musik für die Autobahn – das kennt man ja, quasi als Soundtrack für lange, anstrengende Autofahrten durch das betonierte Nirgendwo. Musik entlang der Autobahn ist jedoch ein relativ neues Konzept. A5 Richtung Wir haben sich nach eben jener Strecke vom Hattenbacher Dreieck in Hessen bis zur Schweizer Grenze in der Nähe von Basel benannt, weil die drei Bandmitglieder entlang jener verstreut sind. Musikalisch setzen sie auf angenehm unaufgeregten Indie Pop/Rock mit deutschen Texten, der angenehm an Tele und die frühen Fotos erinnert. Nach zwei EPs erscheint nun das von Kurt Ebelhäuser (Blackmail) produzierte Debütalbum „Für immer diese Stadt“.

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Bosse feat. Anna Loos – Frankfurt Oder

Den Reifungsprozess eines Künstlers über Jahre hinweg mitzuverfolgen, ist eine gängige, faszinierende Angelegenheit. Viel zu selten bekommt man jedoch als Außenstehender bzw. Konsument mit, wie sich ein Song entwickelt. Ausnahme: „Frankfurt Oder“. Als Axel Bosse den Song 2006 erstmals auf seinem zweiten Album „Guten Morgen Spinner“ veröffentlichte, handelte es sich noch um eine spärlich instrumentiertes Liebeslied, das 2011 auf seinem Top 20-Erfolg „Wartesaal“ zu einem Duett mit Anna Loos von Silly wurde. Für den Single-Release – die mittlerweile dritte Auskopplung aus besagtem Album – wurde der Song von Moritz Enders (Donots, Revolverheld, Blackmail) abermals neu abgemischt.

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Boy – Mutual Friends

Sie haben sie nicht gesucht, glücklicherweise aber nebst Ablegung der musikalischen Selbstverwaltung gefunden: Die Schweizer Sängerin Valeska Steiner und die Hamburger Bassistin Sonja Glass sind als Boy unterwegs, operieren mittlerweile von der Hansestadt aus und durften ihre Vision von modernem Songwriter-Pop auf einer rein akustischen EP präsentieren. Gemeinsam mit dem Multi-Instrumentalisten und Produzenten Philipp Steinke ging es ins Studio, dieses Mal mit Strom und ausgeklügelten, vielschichtigen Arrangements. Herausgekommen ist dabei das Debütalbum „Mutual Friends“, eine kleine Perle zwischen Indie Pop und kleineren Folk-Ausflügen.

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Red Hot Chili Peppers – I’m With You

Zeit für einen weiteren Neustart: Nachdem Gitarrist John Frusciante 2009 die Red Hot Chili Peppers verlassen hat, wurde sein Mitstreiter Josh Klinghoffer (Ataxis, verschiedene Frusciante-Soloalben) als Nachfolger verpflichtet, was nicht gerade für große musikalische Veränderungen spricht. Dennoch fällt „I’m With You“, der Nachfolger zum 2006 veröffentlichten Doppel-Album „Stadium Arcadium“ überaus bunt aus. Neben typisch angepoppten Chilischoten-Rockern der letzten Jahre hört man verstärkte klassische Funk-Einschläge heraus und nimmt die stärkere Präsenz der Bassgitarre – Flea hat die Pause für ein Musiktheoriestudium genützt – deutlich wahr.

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Jono McCleery – There Is

Zeit für einen weiteren großartigen Songwriter: Jono McCleery tauchte vor drei Jahren mit seinem komplett in Eigenregie veröffentlichten „Darkest Light“ erstmals auf, tourte mit Fink, Jamie Woon und dem viel zu früh verstorbenen Gil Scott-Heron, und hat sich nun ein Plätzchen zwischen José González und James Blake erkämpft. Der Brite ist kein klassischer Singer/Songwriter, sondern vermischt akustische Klänge und Folk-Elemente mit Soul und ein wenig Post-Dubstep. Sein Counter Records-Debüt „There Is“ birgt so manche Überraschung, etliche Übersongs und eine beeindruckend geschmackvolle Coverversion eines großen Hits.

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Ghostpoet – Liiines

In DJ, Produzent und ‚Worldwide‘-Radio-Moderator Gilles Peterson hat er bereits einen Fan und mittlerweile auch Labelboss gefunden, jetzt will Ghostpoet auch hierzulande angreifen. Das Debüt des Briten, „Peanut Butter Blues & Melancholy Jam“, wurde sogar für den prestigeträchtigen Mercury Prize nominiert und weiß irgendwo zwischen HipHop, Soul und Alternative-Klängen zu begeistern. „Liiines“ ist bereits die dritte Auskopplung aus Ghostpoets Erstlingswerk, gleichzeitig aber auch sein am ehesten zugänglicher und massentauglicher Release.

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Klee – Aus lauter Liebe

„Der Film von Morgen wird ein Akt der Liebe sein.“ – François Truffauts Statement zum Geist der Nouvelle Vague ist geradezu programmatisch für das neue Klee-Album „Aus lauter Liebe“, sofern man ‚Film‘ durch ‚Kunst‘ ersetzen will. Drei Jahre nach „Berge versetzen“ stehen erneut Liebe, Emotionen und Sehnsüchte im Vordergrund, wird gleichermaßen an das französische Kino der frühen 60er Jahre erinnert. Was nach einem kauzig-kitschigen Konzeptalbum klingt, ist in Wirklichkeit aber ein weiteres Highlight aus dem Hause Kerstgens / Servaes.

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