Kategorie: Reviews & Previews

Indie-Guide 12/2009

Ist Geiz wirklich geil? Ist nur gratis wirklich wertvoll? Natürlich nicht, gute Musik will ihren Preis haben. Nichts geht darüber, eine fertige CD in seiner Hand zu haben, mit zittrigen Händen die Hülle zu öffnen, das Booklet herauszuziehen und langsam durchzublättern, während sich über die Kopfhörer faszinierende Klangwelten offenbaren. Gelegentlich gibt es aber auch Geschenke, die man nicht ausschlagen kann und darf. Hier drei fantastische Geschenke für den geneigten Rockhörer.

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The Glam – Walking Ghost

Letzten November hat sich das Hamburger Trio The Glam erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt mit seiner Debütsingle „Join The Spectres“. Frederic, Phil und Julien machen ihrem Namen nur bedingt Ehre, sei es durch den übermäßigen Gebrauch von Haarspray oder der Liebe für Glamrock-Bands wie T.Rex und das Chamäleon David Bowie. Auch Placebo und U2 sind für die Nordlichter von großer Wichtigkeit. All das kann man auf ihrem Debütalbum „Escapism“ nachhören, für das mit der neuen Single „Walking Ghost“ so richtig die Werbetrommel gerührt wird.

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The Black Sheep – Not Part Of The Deal

Ein schwarzes Schaf gilt als Außenseiter und wird abgestempelt, Verbindlichkeiten zu missachten. Was aber, wenn sich eine Band selbst so nennt? The Black Sheep lassen sich jedenfalls nicht so einfach aus dem sozialen Leben ausschließen. Noch dazu, wenn man weiß, wer dahinter steckt: Es sind vier Mädels aus Köln, quirlig, selbstbewusst und seit 2005 zusammen formiert als eine ambitionierte Girl-Band. Mehr noch, schließlich gehören sie nicht zu der Art des marktüberschwemmten Deutschpop, sondern spielen vorzugsweise dynamischen Rockpop mit englischsprachigem Gesang. Gegen Verbindlichkeiten verstößt das nicht. Zeit also für’s Debütalbum „Not Part Of The Deal“.

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Pet Shop Boys – Yes

Wenn es um klassische wie zeitgemäße Popmusik geht, sind die Pet Shop Boys nach wie vor eine der internationalen Top-Adressen, die eine Vielzahl an Trends und vermeintlichen Knicks überlebt haben. Neil Tennant und Chris Low haben sich auch für ihr neues Album „Yes“ wieder einiges einfallen lassen. Neben Smiths-Gitarrist Johnny Marr und Orchester-Arrangements aus der Feder von Owen Pallett (u.a. The Last Shadow Puppets) hat das Duo für drei Songs mit dem Produzententeam Xenomania (Girls Aloud, Sugababes) gearbeitet.

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Jem – Down To Earth

Hollywood liebt Jem. Die Liste der TV- und Filmproduktionen, in denen ihre Musik zu hören war, ist jedenfalls beeindruckend: „Desperate Housewives”, „Grey’s Anatomy”, „Six Feet Under” oder der „Sex And The City”-Kinofilm sind nur ein kleiner Auszug daraus. Doch trotz eines Millionenpublikums reichte es bei uns bislang nur für einen Achtungserfolg, die Single „They” aus Jems Debüt „Finally Woken” landete 2005 in den Top 50. Mit ihrem zweiten Album „Down To Earth” im Gepäck, ist die gebürtige Waliserin, heute in Los Angeles lebende Sängerin bereit, endgültig durchzustarten.

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Kontor – Top Of The Clubs Vol. 42

In gewohnter Form präsentiert uns das Label Kontor Records auf Ausgabe 42 seiner “Top Of The Clubs”-Reihe wieder über 60 aktuelle Club-Tracks von den Tanzflächen der Discotheken im DJ-Mix. Wie ein eingespieltes Team sind für die ersten beiden Discs wieder die Kontor-Urgesteine Jens Thele und Markus Gardeweg zuständig. Auch die Remixer der dritten Bonus-CD Jay Frog & Gordon von den Disco Boys alias „Master & Servant“ waren vor wenigen Monaten schon mit dabei. Die Erfinder der Compilation Reihe, die sonst auf viel Abwechslung bei der DJ-Auswahl setzen, bleiben diesmal also beim Altbewährten.

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Deichkind

Deichkind – Luftbahn

Eine schockierende, tragische Meldung traf Ende Februar ganz überraschend die Musikwelt. Sebastian „Sebi“ Hackert, Produzent und Mitbegründer des Varieté-Wanderzirkus Deichkind, wurde im Alter von 32 Jahren tot in seiner Hamburger Wohnung aufgefunden. Er hinterlässt Frau und Kind. Dennoch wollen seine (ehemaligen) Bandkollegen kommende Festivaltermine wahrnehmen und erst danach über die gemeinsame Zukunft entscheiden.

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Mia Aegerter – Chopf oder Buuch

Wer ist dieses unschuldige süße Ding, das da so lieblich vom CD-Cover lächelt? Es ist die Schweizer Stimme des Mundartpops und diese ist mittlerweile – auch wenn man es ihr nicht ansieht – 32 Jahre jung: Mia Aegerter. Und sie lächelt nicht das erste mal von einem Album entgegen, denn mit „Chopf oder Buuch“ legt die Fribougerin bereits ihren dritten Longplayer vor – ob der auch so süß und unschuldig ist?

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White Lies – To Lose My Life

Die Konkurrenz schläft nicht, werden sich auch Interpol und die Editors gedacht haben, als sie sich die Top 10 der BBC Sound of 2009 angesehen haben. Auf Platz 2 stehen die White Lies, düster melancholisch in der Tradition von Joy Division. Das ursprünglich als Fear Of Flying gegründete Trio aus der Londoner Vorstadt hat sich 2007 nach einer entschiedenen Kursänderung in Richtung Wave Rock in White Lies umbenannt. Aus dem Anfang April erscheinenden Debütalbum „To Lose My Life…“ wird der Titeltrack als Download-Single ausgekoppelt.

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Diverse – VIVA Club Rotation 41

Im vergangenen Jahr standen für die Club Rotation gleich zwei Jubiläen ins Haus. Zum einen das zehnjährige der TV-Sendung, zu der es auch eine Spezial-Ausgabe „VIVA Club Rotation Anthems“ gab, und gleichzeitig die vierzigste Ausgabe der erfolgreichen Compilation-Reihe, die auch über die Sendungs-freie Zeit vor ein paar Jahren wacker die Verkaufslisten anführte. Dass die CD-Ausgabe allerdings recht wenig mit dem aktuellen Voting-Ableger der Kult-Dance-Sendung zu tun hat, zeigt spätestens ein Blick auf die Tracklist der aktuellen Ausgabe. Von den Anführern der Voting Charts aus dem TV wie Baracuda, Novaspace, Andrew Spencer oder Basshunter fehlt auf den beiden CDs nämlich jede Spur. Gott sei Dank! Stattdessen gibt es insgesamt 45 Tracks, die quer durch die Bank das Geschehen der aktuellen Dance-Szene abbildet. Wie immer in radiotauglichen Edits und Remix-Edits.

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