Schlagwort: Indie Pop/Rock

ARXX

ARXX – Ride Or Die

Frisch zurück von einer Support-Tour für Yungblud legen ARXX ihr erstes Album vor. Das fantastische Queer-Pop/Rock-Duo aus Brighton um Hanni und Clara packt Persönliches in eingängige bis schroffe Songs. Es geht um psychische Gesundheit, um die Nachwirkungen einer Trennung, aber auch um das Danach – bewusst ehrlich und direkt vorgetragen, sodass sich möglichst viele Menschen wiederfinden können. „Ride Or Die“, so der Titel des Erstlings, hat das Zeug zum ganz großen Wurf und stellt zudem eine potenzielle neue Lieblingsband gelungen vor.

Weiterlesen
Black Honey

Black Honey – A Fistful Of Peaches

Platz 7 in den britischen Album-Charts: Mit „Written & Directed“ gingen Black Honey durch die Decke und sicherten sich eine mehr als verdiente Top-Platzierung. Während die schemenhaften Support-Welten vor allem anderen Personen helfen sollten, richtet Sängerin und Gitarristin Izzy Bee Phillips nun den Blick nach innen, setzt sich mit der eigenen Mental Health auseinander und sucht nach einem alten, neuen Normalzustand. Zugleich setzt „A Fistful Of Peaches“ auf die nunmehr vertraute Kombination verschiedener Sounds und Genres, irgendwo zwischen bratender Härte, feinsinnigem Pop-Appeal und vielen sympathischen Zwischentönen.

Weiterlesen
Manchester Orchestra

Manchester Orchestra – The Valley Of Vision

Mit dem Release von „The Million Masks Of God“ nach einer längeren Release-Pause hatten Manchester Orchestra scheinbar Blut geleckt. Nur wenige Monate später begann Frontmann Andy Hull bereits mit den Arbeiten an einem Nachfolger und führte zugleich einen frischen Ansatz in das Bandgefüge ein. Anstatt gemeinsam in einem Live-Setting zu arbeiten und aufzunehmen, wurde mit Spuren experimentiert, Drums von einem Track in den nächsten transportiert, von neuen Klängen und Texturen begleitet. Entstanden ist das von einem VR-Film begleitete „The Valley Of Vision“, das sich mit dem Erwachsensein, mit Glaube und Erlösung auseinandersetzt.

Weiterlesen
Ron Gallo

Ron Gallo – Foreground Music

Warum aufgeben, wenn man auch ordentlich Lärm machen kann? Nach diesem Motto geht Ron Gallo sein neuestes Album an. Anstatt Gentrifizierung, Immboilienspekulanten, Wirtschaftsmagnaten und Extremisten das weite Feld zu überlassen, wird musikalisch zurückgeschlagen. Zwar dürfte der Untergang unvermeidbar sein, aber deswegen kann man immer noch kämpfen – diesem Motto folgt „Foreground Music“, ein weiterer Streifzeug durch verschiedenste Pop- und Rock-Sounds mit manch einem Experiment und unheimlich hohem Energielevel.

Weiterlesen
Illiterate Light

Illiterate Light – Sunburned

Nach einem starken ersten Album mussten sich Illiterate Light neu motivieren. Das US-Duo um Jeff Gorman (Gesang, Gitarre und fußgesteuerter Synth-Bass) sowie Jake Cochran (Steh-Drums) landete 2019 einen Alternative-Volltreffer, tourte fleißig und wollte danach mehr. Man baute sich ein eigenes Studio, gründete ein eigenes Label und trieb den Multi-Instrumentalisten-Ansatz voran. Der Tod von Gormans Vater nach langer, schwerer Krankheit zu Beginn der Songwriting-Sessions sorgte zudem für neue Motivation. So verwundert es kaum, dass das zweite Album „Sunburned“ einen gewaltigen Sprung nach vorne markiert.

Weiterlesen
Sam Himself

Sam Himself – Never Let Me Go

Er kommt zwar aus der Schweiz, seine musikalische DNA ist nach eigenen Angaben aber betont amerikanisch: Sam Himself zeigte sich auf seinem Einstand „Power Ballads“ von seiner düsteren Seite, wohl auch einer besonderen Zeit geschuldet. Nun folgt der Ausbruch aus der Tristesse mit einer musikalischen Frischzellenkur. Von einem Spannungsverhältnis zwischen Hoffnung und dem steten Bewusstsein ihrer Zerbrechlichkeit ist die Rede, wenn „Never Let Me Go“ den Indie-Sound eine Spur kunstvoller und synthetischer erklingen lässt, ohne dabei auf den zuvor rockigeren Charme komplett zu verzichten.

Weiterlesen
We Are Scientists

We Are Scientists – Lobes

Die unkaputtbaren We Are Scientists scheinen mittlerweile unaufhaltsam und legen schon wieder eine neue Platte vor, ihr bereits achtes Werk. Für den „Huffy“-Nachfolger setzte man auf Altbewährtes und verschob den Fokus zugleich noch weiter in poppige Gefilde. „Lobes“ – Chris Cain und Keith Murray mögen das Wort und finden es witzig – entstand fast zur gleichen Zeit wie das erst im Oktober 2021 erschienene Werk, geht aber gänzlich andere Wege. Glitzernde Disco-Weisheiten, pumpende Hymnen und knackige Melodien rücken das kreative Duo mehr denn je in Radionähe, ohne sich dabei auch nur im Geringsten abgeschmackt zu geben.

Weiterlesen
Jamie Beale

Jamie Beale – Hello Nimbus

Um im Lockdown nicht komplett durchzudrehen, suchte und fand Jamie Beale eine eigene Welt, bemühte Eskapismus in Zeiten der Isolation und schrieb eigene Songs. Der Versuch, stets eine halbwegs positive Einstellung zu behalten und dabei die eigene Komfortzone zu verlassen, regte letztlich seine Kreativität an. Der Brite konnte mit seinen bisherigen Singles bereits einiges an Radio-Airplay genießen und wagt sich nun an das Albumformat. „Hello Nimbus“ ist eine kleine, (noch) versteckte Perle, die sich ordentlich Aufmerksamkeit verdient hat.

Weiterlesen
Dives

Dives – Wanna Take You There

Nach einem starken Einstand und nunmehr über 150 Konzerten strebten Dives nach Veränderungen und wollten sich vom vergleichsweise ungeschliffenen Garagen-Sound verabschieden. Stattdessen stand und steht mehr Pop auf dem Programm, so wie es Wet Leg im Frühjahr vormachten. Exakt das ist den Wienerinnen auch gelungen. „Wanna Take You There“ rückt Leichtigkeit und Lässigkeit, zweistimmige Harmonien und unaufdringliche Eingängigkeit in den Mittelpunkt, ohne dabei von nunmehr vertraut pointierten, präzisen und gerne mal unbequemen Texten und Themen abzusehen.

Weiterlesen
Dreimalumalpha

Dreimalumalpha – Ich schwöre mir läuft die Zeit davon

Vor zwei Jahren sangen Dreimalumalpha gegen Gleichgültigkeit und Selbstzufriedenheit an. Die Situation verbesserte sich seither nicht, und doch hallt „Jugend ans Geld verloren“, das mächtige Debütalbum der Innsbrucker, immer noch nach. Eine kleine Fortsetzung darf es derweilen schon sein, weiterhin im leicht schrammelnden Indie-Rock-Gewand mit pointiert hinterfragenden Texten. „Ich schwöre mir läuft die Zeit davon“ zeigt bereits im Titel, dass sich die Lage definitiv nicht gebessert hat. Die Songs sind dafür weiterhin richtig stark.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?