Schlagwort: Indie Pop/Rock

Would

Would – Be Okay

Der kreative Geist von Matthias Schwettmann rattert weiter und weiter. Nur zwei Monate nach „Mind My Mind“, dem neuesten Werk seiner Band Palila, lanciert er einen Solo-Nebenschauplatz an – Songs, die für Palila zu ’soft‘ waren, aber auch eigene Tracks. Als Would widmet sich Schwettmann verschiedenen Stationen seines Lebens, teils wie Tagebuchanträge angelegt, zugleich musikalisch etwas offener und weitläufiger. Die erste EP hört auf den Namen „Be Okay“, weckt ob der nunmehr bestens bekannten Stimme natürlich bestimmte Assoziationen, steht aber zu jeder Zeit ganz fest auf eigenen Beinen.

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Grouplove

Grouplove – I Want It All Right Now

Obwohl sie an den Erfolg ihres großen Hits „Tongue Tied“ – fünffach Platin in ihrer US-Heimat, hierzulande Indie-Kultstatus – nicht wieder herankamen, konnten Grouplove seither dennoch fünf spannende Alben veröffentlichen. Damit musste man zwar kleinere Brötchen backen, fand dennoch eine sympathische Nische zwischen Pop und Rock mit betont positiven Vibes und Inklusion. Das Ehepaar Hannah Hooper und Christian Zucconi ließ sich für ihren neuesten Streich, zugleich der Einstand für Glassnote, von den besonderen Bedürfnissen ihrer Tochter inspirieren. „I Want It All Right Now“ zaubert selbst in den unbequemen Momenten ein dickes Lächeln auf die Lippen.

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Thomas Charlie Pedersen

Thomas Charlie Pedersen – Employees Must Wash Hands

Die unfreiwillige Ruhe der Lockdown-Jahre beflügelte die Kreativität der Brüder Daniel und Thomas Charlie Pedersen. 2021 entstanden gleich zwei Alben – eines der gemeinsamen Band Vinyl Floor, das vergangenen Herbst erschien, sowie Thomas Charlies mittlerweile drittes Soloalbum, das quasi die andere Seite dieser Sessions zeigt. So blieben 15 Songs über, mit denen er erst nichts anzufangen wusste, die in kompletter Isolation entstanden waren. Als sich dann auch noch die Band-Aufnahmen verzögerten, wurde der Grundstock von „Employees Must Wash Hands“ aufgenommen, reduziert und zurückgenommen, von Bruder Daniel auf allen Ebenen unterstützt.

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Lorenz Ambeek

Lorenz Ambeek – Look At Me Now

Gleich seine erste, vor knapp zwei Jahren veröffentlichte Single knackte die Eine-Million-Streams-Marke. Der gebürtige Salzburger Lorenz Ambeek, mittlerweile zwischen Wien und Amsterdam pendelnd, landete mit „The Weatherman“ einen Volltreffer und gilt seither als neue heiße Indie- und Singer/Songwriter-Aktie. Seine bisherigen Releases erreichten verdientes Airplay, nun versucht er es erstmals auf Albumlänge. Das in Eigenregie veröffentlichte „Look At Me Now“ hört sich wie eine Coming-of-Age-Platte mit Benedict Wells-Charme, musikalisch in Songwriter-Gitarrenmucke der 2010er Jahre verhaftet.

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M. Byrd

M. Byrd – The Seed

Insgesamt mehr als elf Millionen Streams alleine auf Spotify mit den ersten beiden Singles: M. Byrd rannte ab Herbst 2020 offene Türen ein. Sein leichtfüßiger und doch mitreißender Indie-, Pop- und Singer/Songwriter-Ansatz, der feinsinnige Arrangements mit gerne mal ernsteren Beobachtungen kreuzt, fasziniert und reißt mit. Die Tracks für das erste Album wurden unter anderem unter dem Eindruck des damals beginnenden Ukraine-Kriegs geschrieben, von Freunden und Familie, die über die ganze Welt verteilt leben, von drastischer Symbolik und persönlichen Verlusten beeinflusst. „The Seed“ pflanzt sich in das Herz des songschreibenden Seelenlebens.

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Lakes

Lakes – Elysian Skies

Raus aus der Komfortzone, das war das Mantra für den Nachfolger von „Start Again“. Lakes wollten den Blick erstmals nach außen richten und die Auseinandersetzung mit eigenen Ängsten in den Hintergrund rücken lassen. Stattdessen nehmen Freude, Lachen und Glückseligkeit das Heft in die Hand. Entsprechend ändert sich der bislang auf Emo und Indie basierende Sound. Das britische Sextett nennt „Elysian Skies“ augenzwinkernd ihr ‚Post-Rock-Album‘, was tatsächlich gar nicht so weit hergeholt ist. Elegische Mogwai-Klangbögen sollte man sich jedoch nicht erwarten.

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Perlee

Perlee – Speaking From Other Rooms

Distanzen spielen eine nicht zu verachtende Rolle im Kreativprozess sowie im Privatleben von Perlee. Das 2018 von Irland nach Berlin gezogene Paar Saramai Leech und Cormac O’Keeffe spielte Gigs in der Hauptstadt und hatte ein kleines Studio direkt um die Ecke. In den letzten Jahren an ihr Apartment gebunden und sich somit auf den Schreibprozess konzentrierend, nahm man mehr und mehr Ideen aus der gemeinsamen Isolation mit in die weite Welt, während Drummer Matt Ingram seine Parts in London einspielte. Zwischen Räumlichkeit und räumlicher Trennung, gepaart mit Abhandlungen über Liebe, Schicksal und Selbstverwirklichungen, entstand „Speaking From Other Rooms“.

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Blondshell

Blondshell – Blondshell

Von wegen durch die Blume: Sabrina Teitelbaum sieht keinen Grund, irgendwas zu beschönigen, und packt erfrischende Direktheit in ihre Texte. Die 25jährige US-Amerikanerin versteckt sich keineswegs hinter großen Metaphern und sagt deutlich, was Sache ist. Inmitten dieser durchaus therapeutischen Offenbarungen stecken großartige Songs und feinsinnige Melodien, die Pop-Sensibilitäten mit Indie und Alternative vermischen. Was zumindest dem Papier nach nicht zusammenpassen sollte, geht für Blondshell, so Teitelbaums Künstlername, absolut auf. Das erste Album heißt ebenfalls „Blondshell“ und begibt sich in große Songwriter-Tradition mit dem gewissen eigenständigen Etwas.

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City And Colour

City And Colour – The Love Still Held Me Near

Der Tod zweier guter Freude, das Beinahe-Scheitern seiner Ehe und eine Welt, die urplötzlich ihre Pforten schloss: 2020 wurde Dallas Greens Universum auf den Kopf gestellt, und dann wurde er auch noch 40. Was sich wie die Zutaten einer Midlife-Crisis liest, entwickelte sich letztlich zum Quell für Stärke und Inspiration. Nicht nur, dass Alexisonfire endlich zurückkehrten, auch der Soloschauplatz City And Colour blühte trotz aller Widrigkeiten auf und befasste sich gekonnt mit elementaren Fragen über Trauer und Verlust. „The Love Still Held Me Near“ hält fast, dass Liebe selbst in den schlimmsten Momenten Schutz, Trost, Geborgenheit und Zusammenhalt geben kann.

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ARXX

ARXX – Ride Or Die

Frisch zurück von einer Support-Tour für Yungblud legen ARXX ihr erstes Album vor. Das fantastische Queer-Pop/Rock-Duo aus Brighton um Hanni und Clara packt Persönliches in eingängige bis schroffe Songs. Es geht um psychische Gesundheit, um die Nachwirkungen einer Trennung, aber auch um das Danach – bewusst ehrlich und direkt vorgetragen, sodass sich möglichst viele Menschen wiederfinden können. „Ride Or Die“, so der Titel des Erstlings, hat das Zeug zum ganz großen Wurf und stellt zudem eine potenzielle neue Lieblingsband gelungen vor.

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