Schlagwort: Indie Rock

Emily Breeze

Emily Breeze – Rapture

Age is just a number – davon singt Emily Breeze mehrere Lieder. Typen aus der Musikindustrie erklärten ihr, sie müsse ihr wahres Alter (der große 4er steht nun vorne, betont die Künstlerin) vor Presse und Publikum verstecken. Stattdessen geht die Britin ihren eigenen Weg, bemüht sich um Ehrlichkeit, nimmt aber ebenso kosmologische Themen und absurde Ideen mit. „Rapture“ denkt zudem Pop- und Rock-Ansätze auf kunstvolle Weise weiter und bietet einer spannenden Musikerin eine überaus vielschichtige Bühne.

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Somebody's Child

Somebody’s Child – Somebody’s Child

Mit einer Handvoll Singles spielte sich Cian Godfrey aka Somebody’s Child 2018/2019 schnell in die Herzen des irischen Publikums. Radio-Airplay, Support-Slots für Kaiser Chiefs und Primal Scream, sogar eine Late-Night-Performance – die Zeit für den großen Sprung war gekommen. Die Arbeiten am ersten Album dauerten etwas länger; Godfrey nahm sich alle Zeit der Welt, um seinen Indie-Perlen den nötigen Feinschliff zu verpassen und Persönliches zu verarbeiten. So geht es auf „Somebody’s Child“ darum, ein etwas anderes Irland fernab rauchender, saufender, Joyce lesender Klischees zu zeigen, und zwar anhand der Kindheit und Jugend des Protagonisten.

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Hey Hey My My

Hey Hey My My – High_Life

In ihrer Heimat zählen Julien Gaulier und Julien Garnier zu den absoluten Kritikerlieblingen. Als Hey Hey My My, benannt nach dem Neil Young-Song, veröffentlichten sie bislang drei Alben, die sich durch allerlei Rock-, Pop-, Indie- und Folk-Gefilde tankten. Ihre musikalische Reise in die 90er Jahre setzt sich fort und kündigt zugleich mehr Vielfalt denn je an. „High_Life“ geht neue Wege und gibt sich sowohl verträumter Atmosphäre als auch treibender, verschwitzter Zeitlosigkeit am Rande der Indie-Wurzeln hin.

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JW Francis

JW Francis – Dream House

Was Fanservice betrifft, ist JW Francis im besten Sinne anders als andere. Er schreibt nicht nur Songs über sein eigenes Leben, er macht Jahr für Jahr rund um den Valentinstag Musik für andere Menschen. In den vergangenen drei Jahren kamen mehr als 300 Anfragen zusammen. Sämtliche Tracks auf „Dream House“, das vierte Album für Sunday Best Recordings, entstammen diesem Projekt. Teils wurden sie in ihrer Ursprünglichkeit belassen, teils etwas überarbeitet, um dem Leben des New Yorkers zu entsprechen. Herausgekommen ist ein schillerndes, energisches und zugleich verträumtes Werk, das Vertrautes in einen frischen Kontext packt.

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The Murder Capital

The Murder Capital – Gigi’s Recovery

Ihren Einstand schrieben The Murder Capital innerhalb der ersten neun Monate ihrer Existenz. „When I Have Fears“ etablierte die Iren von heute auf morgen als neue Größe im weiten Post-Punk-Universum. Für den Nachfolger hatte man unerwartet viel Zeit, und die war auch dringend nötig. Die anfängliche Leichtigkeit verschwand, man musste erst einmal mit der neuen, der eigenen Identität zurechtkommen. „Gigi’s Recovery“ ergab sich in einem zweijährigen Songwriting-Prozess, fand sich nur schleppend und zeigt das Quintett dafür von einer ganz anderen Seite. Eine neue Atmosphäre wird vollmundig angekündigt, und das kommt tatsächlich auch hin.

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The Subways

The Subways – Uncertain Joys

Acht Jahre, acht lange Jahre hat das selbstbetitelte Werk von The Subways inzwischen auf dem Buckel. Auch wenn es in der Zwischenzeit ein paar kleinere (Re-)Releases und Touren gab, fällt die lange Albumpause doch auf. In der Auszeit studierte Frontmann Billy Lunn englische Literatur in Cambridge und musste drei Jahre lang am Campus verweilen, Corona-bedingt zogen sich die Aufnahmen gewaltig, und dann verließ Schlagzeuger und Gründungsmitglied Josh Morgan Ende 2020 die Band aus familiären Gründen. Seine Rolle nahm Camille Phillips, die einst bei der Ramones-Cover-Band The Ramonas spielte, ein. „Uncertain Joys“ ist nun endlich für die Welt bereit.

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Plight

Plight – Plastic Sun

90s-Gemächlichkeit ist bei Gitarrenbands aktuell wieder angesagt. Shoegaze und Slowcore, gepaart mit Indie und Alternative, haben Hochkonjunktur, und Plight begehen das neue Jahr mit intensiver Behäbigkeit, die nach Hoffnung inmitten der Katerstimmung sucht. Das New Yorker Quartett veröffentlichte bereits 2017 ein Demotape und machte sich seither vor allem in seiner Heimat einen Namen, arbeitete sich am eigenen Sound ab und verfeinerte diesen. Nun landet das erste Album „Plastic Sun“, dessen beklemmende Heavyness offene Türen einrennt … oder zumindest antaucht.

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Neufundland

Neufundland – Grind

Ein Abschied kann auch ein Anfang sein, das haben Neufundland kürzlich selbst herausgefunden. Mit Matthias Lüken verschwanden auch Synthesizer und Klavier aus dem Bandsound. Seine Position wurde nicht nachbesetzt, stattdessen rückt nun die Gitarre stärker in den Mittelpunkt und gibt dem Quartett eine ganz andere Geradlinigkeit. Dieser neue Mut zur und Freude an Schlichtheit und Direktheit funktioniert auf Platte gar wundervoll. „Grind“ kniet sich tief in rockige Indie-Gefilde ein, die auch schon mal mit Hamburger Schule, mit Post Punk und mit dezentem Pop-Charme flirtet – ein kleiner Neustart mit großer Wirkung, der letztlich doch wieder zum Abschied geworden ist.

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Dreimalumalpha

Dreimalumalpha – Ich schwöre mir läuft die Zeit davon

Vor zwei Jahren sangen Dreimalumalpha gegen Gleichgültigkeit und Selbstzufriedenheit an. Die Situation verbesserte sich seither nicht, und doch hallt „Jugend ans Geld verloren“, das mächtige Debütalbum der Innsbrucker, immer noch nach. Eine kleine Fortsetzung darf es derweilen schon sein, weiterhin im leicht schrammelnden Indie-Rock-Gewand mit pointiert hinterfragenden Texten. „Ich schwöre mir läuft die Zeit davon“ zeigt bereits im Titel, dass sich die Lage definitiv nicht gebessert hat. Die Songs sind dafür weiterhin richtig stark.

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vandermeer

vandermeer – Grand Bruit

Wie so viele andere Bands wurden auch vandermeer auf der Bühne ausgebremst – für eine Band, die gerne vor Menschen spielt, natürlich fatal, zumal man bewusst auf Streaming-Gigs verzichtete. Also begannen die Arbeiten am dritten Album, das in jeder Hinsicht größer und intensiver ausfallen sollte. Man wollte (und bekam) unbedingt mehr von allem: Lautstärke, Emotionen, Wut und Einfühlsamkeit. „Grand Bruit“ handelt von persönlichen Rückschlägen, von Verlustängsten, aber auch von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, mit denen man alles andere als glücklich war.

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