Schlagwort: Psychedelic Rock

Yoo Doo Right

Yoo Doo Right – A Murmur, Boundless To The East

Ein Leben ohne Experimente wäre für Yoo Doo Right unvorstellbar. Das Trio aus Montreal lebt seinen Rock gerne in vollster Komplexität aus und sucht nach frischen Ansätzen für vertraute Klänge, die unter anderem Post, Psych, Kraut und Gaze umfassen. Von einem „Autounfall in Zeitlupe“ ist die Rede, und das trifft den Sound der Kanadier recht gut. Abermals nahmen sie ihre Musik live im Studio ein, mit möglichst wenig Nachbearbeitung und einzig durch die wahnwitzige Violine von Jessica Moss (u. a. Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tralala Band) unterstützt. „A Murmer, Boundless To The East“ lotet abermals Grenzen aus.

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The New Mourning

The New Mourning – When The Light Fades

Der musikalische Neustart ist ein Muss für Thomas Pronai, der nicht nur das einzige komplett analoge Aufnahmestudio Österreichs besitzt, sondern sich mit so illustren Formationen wie The Beautiful Kantine Band und Bob Candy & His Broken Hearts einen anständigen Ruf erarbeitete. Pronais neuestes Vehikel, The New Mourning, veröffentlichte bereits 2019 eine erste Single und hat seit Februar 2020 eine komplett fertige Platte in der Hinterhand, die bis jetzt auf ihren Release wartete. „When The Light Fades“ bemüht das Spannungsverhältnis zwischen der Freiheit des Ausbruchs aus vorgegebenen Mustern und dem Einhalten eben solcher selbstauferlegter Einschränkungen.

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Hook, Line And Sinker

Hook, Line And Sinker – (Smooth Jazz Implies The Existence Of) Rough Jazz

Müssen sich Schweizer Riffs zwangsläufig in Zeitlupe abspielen? Die Quote des furchtbaren Witzes wäre somit erreicht, die Aufmerksamkeit gilt von nun an Hook, Line And Sinker. Tatsächlich spielen Riffs eine wichtige Rolle im Sound des Trios aus Freiburg im Üechtland, das musikalisch weitestgehend in der Wüste beheimatet ist. Stoner, Desert, Fuzz und Psych, aber auch verwaschene Pop-Ideen finden sich auf ihrem ersten Album wieder. Das trägt den wunderbar ausladenden Titel „(Smooth Jazz Implies The Existence Of) Rough Jazz“, wobei eine Sache festgehalten werden möchte: Jazz findet sich auf dieser Platte nicht. Muss ja auch nicht sein.

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Psychedelic Porn Crumpets

Psychedelic Porn Crumpets – Night Gnomes

Über weite Strecken hatten Psychedelic Porn Crumpets keinen Plan und keine Ahnung, was sie da gerade taten. Es gab keine große Mission, kein knackiges Statement, als es recht schnell an die Arbeiten zu einem Nachfolger von „SHYGA! The Sunlight Mound“ ging, außer ein wenig Variation. So wollte man, angelehnt an „Helplessness Blues“ von Fleet Foxes, jeden Track gegen Ende mit einem kleinen (Stil-)Bruch versehen, um das Geschehen spannend zu halten. „Night Gnomes“ zeigt die Australier so abwechslungsreich und abgedreht wie eh und je, natürlich wieder überfordernd und doch irgendwie charmant.

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Der Neue Planet

Der Neue Planet – Area Fifty-Fun

Wo soll es hingehen, was darf es sein? Der Neue Planet reisen mit ihrer Musik zu neuen Orten und nehmen die geneigte Hörerschaft mit. Das Kölner Quartett versteht sich auf rein instrumentale Musik, die zwar – sehr ungefähr – in Post- und Prog-Rock-Gefilden unterwegs ist, sich davon aber keinesfalls einengen lässt. Stoner- und Psych-Elemente, poppige Lounge-Momente und vorwitzige Jazz-Einschübe mischen gerne mit, was gerade auf der Bühne durchaus tanzbar werden kann. Damit es beim erhofften Live-Comeback noch bewegter vor sich geht, legen die Rheinländer nun ihr zweites Album „Area Fifty-Fun“ vor.

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Die Wände

Die Wände – Die Wände

Einst hießen sind Girlie und schickten sich mit ihrer Kratzbürstigkeit an, Sonic Youth Konkurrenz zu machen. Seit dem Debüt „Im Flausch“ nennt sich das Trio allerdings Die Wände und bevorzugt die Leisetreterei im weiten Post-Punk-Umfeld – mal etwas krautiger, dann leicht psychedelisch, fast immer zwischen Wave und Lo-Fi pendelnd. In den letzten beiden Jahren wurde der Proberaum vermehrt zum Rückzugsort und Hoffnungsschimmer mitten in der Isolation. Der Blick aus dem Fenster in die Leere und Dunkelheit der Stadt trieb letztlich das Songwriting an. Nun ist „Die Wände“, das zweite Album, am Start.

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Dirty Sound Magnet

Dirty Sound Magnet – DSM-III

Über 100 Shows hatten Dirty Sound Magnet geplant, dann kam ihnen – wie allen anderen auch – die Pandemie dazwischen. Während nach und nach sämtliche Tourneen gecancelt wurden, gingen die Schweizer ins Studio, um sich durch die Musik von einem mehr als angsteinflößenden Alltag abzulenken. Das Trio nahm gleich drei neue Alben auf. „Live Alert“, eine knackige Doppel-Live-Session, sorgte im November 2020 für verdiente Aufmerksamkeit. Nun gibt es komplett neues Material in Form des dritten regulären Studioalbums „DSM-III“.

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Spiral Drive

Spiral Drive – Visions In Bloom

Nicht mehr und nicht weniger als ein eigenes Klanguniversum basteln Spiral Drive. Das gelang bereits auf dem Einstand „Unity“ hervorragend und wird nun weiter vertieft. Mastermind Raphael Neikes schrieb den Vorgänger noch komplett allein, holte sich dieses Mal zumindest stellenweise Hilfe von seinen Mitstreitern David Knevels und Nicholas Stampf. Gemeinsam bohren sich die Mannheimer noch tiefer in eine ureigene Psych-Welt vor, die zugleich mit Alternative- und sogar Stoner-Attitüde ums Eck biegt. „Visions In Bloom“ bemüht abgefahrene Eingängigkeit und spannende stilistische Spagate auf einer ausgedehnten Stunde.

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Khruangbin & Leon Bridges

Khruangbin & Leon Bridges – Texas Moon

Die erste Zusammenkunft von Khruangbin und Leon Bridges war ein voller Erfolg: „Texas Sun“ festigte eine auf Tour entstandene Freundschaft in vier entspannten und zugleich mitreißenden Kapiteln, die den Sound beider Parteien maßgeblich beeinflusste. Es gibt allerdings noch mehr Material, teils zu Beginn der Sessions, teils mit Verspätung fertiggestellt. Bridges nennt das Ergebnis introspektiver, für Khruangbin-Bassistin Laura Lee fühlt es sich nächtlicher an. Entsprechend heißt diese zweite gemeinsame EP „Texas Moon“.

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Papir

Papir – 7

Auf ihren bisherigen Alben loteten Papir die Grenzen von Kraut, Psych und Prog aus. Ihre rein instrumentale Kunst, gerne mit etwas Jazz versehen, verzichtet allerdings auf ausladende technische Wirbelstürme und bemüht sich stattdessen um den Fluss der Dinge. Diesen stellen die Dänen nun erst recht in den Mittelpunkt, denn „7“ – erstmals keine römische Ziffer – packt sämtliche Pedale weg und sucht stattdessen nach der gemächlichen Eitelkeit der Dinge. In anderen Worten: Betörender, tiefenentspannter Ambient-Sound hält Einzug.

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