Kitsuné Maison 17 – World Wild Issue

Kitsuné

Die Kitsuné-Sampler-Reihe geht bereits in ihre 17. Newcomer-Runde. Ein Blick auf die Liste jener Künstler und Bands, die zu Beginn ihrer Karriere von dieser französischen Institution gefördert wurden, zeugt von Qualität und Gespür: Bloc Party, Foals, Crystal Castles, Hurts, Digitalism und Citizens! sind nur einige von ihnen. 15 (plus zwei) neue Pop-Talente aus aller Welt wollen nun auf der sogenannten „World Wild Issue“ auf sich aufmerksam machen. Die Sterne dieser Newcomer zwischen Indie, Electro, Dance, Soul und Alternative stehen gut.

Künstler aus aller Welt bedienen so ziemlich aller Pop-Bereiche und machen auch die 17. Auflage zu einem kunterbunten Sammelsurium. Da wäre beispielsweise gut gelaunter, dezent elektronisch befeuerter Pop mit euphorischem Gesang und hibbeligen Untertönen. Die US-Amerikanerinnen Bad Bad Hats könnte man sich blendend in den Charts vorstellen, ihr „Psychic Reader“ ist ein witziges kleines Stück Musik, zeitlos und sympathisch. Große Frauenstimmen sind wohl stets im Trend, und so findet das britische Trio Kafka Tamura mit ihrem leicht unterkühlten, kraftvollen „No Hope“ wunderbar neben Grace Lightmans musikgewordener Kate Bush-Hommage „Vapour Trails“ und dem herrlich druckvollen, Charts-kompatiblen „So Special“ von MUNA Platz.

Gefühlsduselig, wenn auch mit elektronischem Unterbau, können auch andere. Da wäre zum Beispiel das stark in den 80ern verankerte US-Duo MOTHXR mit dem bizarr unterkühlten und doch so lebhaften „Stranger“, ein wunderbarer Kontrast zum verschmitzten Opener „Herefore“. Der kommt von den gerademal volljährigen Parcels aus der australischen Surf-Metropole Byron Bay und könnte wunderbar im Indie-Club laufen. Zwischendurch läuft der Berliner Produzent JATA mit dem lauten, tanzbaren „The Curse“ zu Höchstform auf, bevor schließlich Harrison Brome, eine der Entdeckungen dieser Compilations, mit „Fill Your Brains“ an die alten Gospel-Variationen von Moby erinnert – handgemacht, versteht sich.

Die beiden schwächsten Beiträge wurden übrigens der digitalen Auflage als Bonus beigepackt – sicherlich kein zusätzlicher Kaufanreiz, aber davon hat die ‚reguläre‘ Ausgabe bereits genug. Auch diese neue Episode aus dem Hause Kitsuné unterhält von vorne bis hinten. So mancher Name wird wohl demnächst auch auf größerer Bühne zu finden sein, für andere stellt dieser Sampler das Höchste der Gefühle dar. Durchbruch und Enttäuschung liegen oft so nah beieinander. Entsprechen sympathisch ist diese unterhaltsame Momentaufnahme eines der besten Talent-Scouting-Systeme der Populärmusik.

Kitsuné Maison 17 - World Wild Issue

Kitsuné Maison 17 – World Wild Issue
VÖ: 23.10.2015
Kitsuné (Rough Trade)

Kitsuné @ Home | @ Facebook
„Kitsuné Maison 17 – World Wild Issue“ @ Amazon kaufen