Beach Slang – The Deadbeat Bang Of Heartbreak City

Beach Slang
(c) Bridge Nine Records / Quiet Panic

Das alte „Bäumchen wechsle dich“-Spiel bei Beach Slang setzt sich fort. Nach einem kleinen Intermezzo mit dem neuen Nebenprojekt Quiet Slang – eine Spielwiese für Neuarrangierungen diverser Slang-Tracks – schraubte James Alex einmal mehr am Line-up. Unter anderem wirkt kein Geringerer von Tommy Stinson (The Replacements, Guns N‘ Roses) am Tieftöner mit, womit sich Alex einen Rock’n’Roll-Traum erfüllen konnte. Auf „The Deadbeat Bang Of Heartbreak City“ wagt sich das Quintett noch weiter hinaus und wächst auf allen Ebenen.

Ein „Tommy In The 80s“ geht nicht nur als Prima-Hommage durch, sondern steuert auch ohne Umschweife aufs Stadion zu. So dreckig die Vocals auch klingen mögen, die Keyboard-Fanfaren erbauen eine ganze Stadt auf Rock’n’Roll – sicherlich etwas cheesy, und doch bleibt dieses Machwerk sofort hängen. Wer es lieber klassischer mag, lässt sich „Born To Raise Hell“ um die Nüstern wehen. Hier klingen Beach Slang wie auf ihren letzten Platten, betonen den Punk-Faktor stärker und hetzen durch ein scharfkantiges Gitarren-Labyrinth.

Überhaupt gestaltet sich diese so vielfältig wie noch nie. „Bam Rang Rang“ hetzt durch die Landschaft, überholt sich mit wachsender Begeisterung selbst. Nach einer urplötzlichen Zäsur stampft die Band wild auf mit dicken Riffs und rasender Attitüde – was passiert hier gerade? Schnell weiter zu „Stiff“, das Power-Pop mit bluesigem Garage Rock vermischt und hörbaren Spaß am Schalk im Nacken hat. Der ellenlange, reduzierte Abgang erinnert mit seinen Streichern und den rauen Vocals hingegen an Arcade Fire – der nächste krasse Stilbruch, wohl aber geschickt gelöst. Im Wurmfortsatz schwingen sogar Sigur Rós mit.

Stillhalten sollen andere, denn Beach Slang sind konstant in Bewegung. „The Deadbeat Bang Of Heartbreak City“ bietet mehr von allem. Die Punk- und Power-Pop-Wurzeln bleiben natürlich erhalten, kokettieren nun allerdings mit einer eindrucksvollen stilistischen Pluralität, die sogar bis ins Stadion drängt. Selbst ein Hauch von Quiet Slang findet sich auf dieser Platte wieder. James Alex riskiert einmal mehr alles und fährt den maximalen Ertrag ein – eine von vorne bis hinten kurzweilige Platte mit echten Hits.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 10.01.2020
Erhältlich über: Bridge Nine Records / Quiet Panic (Soulfood Music)

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