Schlagwort: Folk

Paley & Francis – Paley & Francis

Zwei Stimmen, eine Platte: Reid Paley (Reid Paley Trio) und Black Francis (aka Francis Black, The Pixies) haben sich an einem wahren Schnellschuss versucht. Die Musik für ihr gemeinsames Album haben sie an drei Nachmittagen im Eilverfahren geschrieben, weil Francis an jedem dieser Tage für Soloshows in New York verweilte. Man teilte sich die zehn Songs auf, jeder schrieb zu deren fünf Texte und sang die Lead Vocals, während der jeweils andere die Backings übernahm. Aufgenommen wurden die Songs an zwei kurzen Tagen vor einem Jahr, weil an den Abenden Pixies-Shows am Programm standen. Klingt alles recht hektisch – sämtliche verwendete Aufnahmen sind First Takes – funktioniert aber überraschend gut, wie „Paley & Francis“ beweist.

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Catherine MacLellan – Silhouette

Catherine MacLellan ist ein Kritikerliebling, deren Stern hierzulande nur sehr, sehr langsam aufgeht, aktuell eher Connaisseuren ein Begriff ist. Dabei liefert die junge Kanadierin seit sieben Jahren immer wieder hervorragende Alben zwischen Country, Folk und Singer/Songwriter ab, zuletzt das überaus sympathische „Water In The Ground“, das hierzulande mit ihrem in Eigenregie veröffentlichten „Dark Dream Midnight“ im Bundle erhältlich. „Silhouette“ ist ihr mittlerweile viertes Werk, auf dem sich eine der besten Genre-Stimmen Nordamerikas erneut selbst übertrifft und Vergleiche mit einer der Größten des Country-Songwriter-Mikrokosmos zulässt.

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Helgi Jónsson – Big Spring

Acht Monate ist es mittlerweile her, dass Helgi Jónsson mit der EP „Blindfolded“ einen Nachfolger für das charmante 2009er-Album „For The Rest Of My Childhood“ ankündigen wollte. Fast spannender ist jedoch, was sich rundherum zugetragen hat. Nicht nur, dass der Isländer mit Tina Dico („Head Shop“, „Sacre Coeur“) auf Tour war, er war zuletzt an einem Nummer-Eins-Hit der Dänin in deren Heimat beteiligt. Kein Wunder, dass sie sich auf „Big Spring“ revanchiert und ein musikalisch überaus breitgefächertes Album veredelt hat.

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Jono McCleery – There Is

Zeit für einen weiteren großartigen Songwriter: Jono McCleery tauchte vor drei Jahren mit seinem komplett in Eigenregie veröffentlichten „Darkest Light“ erstmals auf, tourte mit Fink, Jamie Woon und dem viel zu früh verstorbenen Gil Scott-Heron, und hat sich nun ein Plätzchen zwischen José González und James Blake erkämpft. Der Brite ist kein klassischer Singer/Songwriter, sondern vermischt akustische Klänge und Folk-Elemente mit Soul und ein wenig Post-Dubstep. Sein Counter Records-Debüt „There Is“ birgt so manche Überraschung, etliche Übersongs und eine beeindruckend geschmackvolle Coverversion eines großen Hits.

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Jonathan Jeremiah – A Solitary Man

Eine der fantastischsten Soul- / Folk-Stimmen der letzten Jahre setzt zum Landeanflug in Deutschland an. Jonathan Jeremiah hat sich sein Debütalbum hart erarbeitet, quälte sich durch Nachtschichten im Sicherheitsdienst der Londoner Wembley Arena, um sich die Musiker des Heirtage Orchestra leisten zu können, produzierte und mischte alles selbst ab, gab einzig die Arrangierung der Streicher aus der Hand. „A Solitary Man“ klingt keineswegs nach harter Arbeit, sondern nach der Verwirklichung eines Lebenstraums und lebt von beeindruckend großartigen, reifen Songs.

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Cloud Control – Gold Canary

Sympathisch warme Folk-Klänge aus Australien dringen endlich an europäische Ohren. Für ihr Debütalbum „Bliss Release“ wurde das Quartett Cloud Control aus den Blue Mountains, New South Wales in ihrer Heimat mehrfach ausgezeichnet, haben hierzulande aber noch mit gewissen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen – schade, denn ihr entspannter Folk Rock mit psychedelischer Note funktioniert auf Albumlänge hervorragend. Mit „Gold Canary“ haben die drei Herren plus Dame obendrein eine hervorragende Single am Start, die nun digital erscheint.

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Brooke Fraser – Flags

Es sind im Jahr nur eine handvoll Songs, meist von ganz unterschiedlicher Natur, doch vereint durch ihren atypischen Charme, der gleich aufs erste Gehör sympathisch ist. Und es soll mehr daraus werden. Brooke Frasers „Something In The Water“ ist solch einer. Infektiöser Country-Pop mit Stomp Energie, wie sie im Ohr bleibt. Was man in Frasers neuseeländischer Heimat schon seit drei Alben weiß, die Dame hat nicht nur Stimme, sondern ist vor allem mit Talent zum Songwriting gesegnet. Jetzt auch bei uns zu hören auf „Flags“.

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Synje Norland – Love Shuffle

Singer und Songwriting ist ein Handwerk. Wie es sich zum Lebensgefühl aufschwingt, um in lyrischen Melodien Ausdruck zu finden, ist dort zu erfahren, wo Synje Norland Musik macht. Ausgangspunkt der jungen Künstlerin ist Nordfriesland. Ihre Songs tragen den Geist von Kanadas unendlichen Weiten, die die heutige Hamburgerin bereits durchreiste, und sind zumeist von akustischer Natur. Mal die Ruhe selbst, mal ordentlich durchmischt. „Love Shuffle“ singt ein Lied davon.

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Low – C’mon

Low wachsen seit 18 Jahren konstant und machen aus ihrer Nische eine Methode. Ihrem neunten Studioalbum „C’mon“ wird wohl besondere Aufmerksamkeit geschenkt, woran Led Zeppelin-Legende Robert Plant eine gewisse ‚Mitschuld‘ trägt: Seine Coverversionen von „Monkey“ und „Silver Rider“ auf dem Roots-lastigen „Band Of Joy“ sowie die mehrfach in Interviews gestreuten Rosen sprechen Bände. Nicht, dass Alan Sparhawk, Mimi Parker und der erstmals auf einem Low-Album zu hörende Steve Garrington sich davon beeindruckt zeigen würden – sie toppen sich schlicht und ergreifend einmal mehr selbst.

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J Mascis – Several Shades Of Why

Solomaterial von Dinosaur Jr.-Gründer und -Stimme J Mascis ist rar. Sieht man von „Martin + Me“ (weitestgehend Akustik-Versionen von Dinosaur Jr.-Songs) und dem Collabo-Album „Sing + Chant For Amma“ ab, so ist „Several Shades Of Why“ tatsächlich der erste Studio-Solo-Output des Raspelzupfers in seiner beinahe drei Dekaden andauernden Karriere. Hat ja auch lange genug gedauert.

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