Schlagwort: Garage Rock

Money & The Man

Money & The Man – Mammon

Neuer Name und doch nicht gänzlich unbekannt: Hinter Money & The Man stecken unter anderem das Rock-Duo Overijssels, das nach zehn gemeinsamen Jahren Sound und Besetzung änderte und nun zu dritt ordentlich Lärm macht. Blues Rock aus der Garage mit Heavyness und Desert-Schlagseite trägt die Niederländer durch herrlich abgehangene und zugleich energiegeladende Songs, zuletzt auf diversen Festivals gesehen. „Mammon“ ist das erste Album als Dreiergespann und räumt mit dicken Riffs, bleierner Schwere und packendem Drive ab – ein Gemisch, das der Heimat noch vor der ersten Note längst entwachsen war.

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LÜT

LÜT – LÜT

Zwei starke Alben, mehrere Award-Nominierungen, prominente Fans wie Lars Ulrich und Bela B, dazu Support-Shows für Die Ärzte: LÜT waren binnen kürzester Zeit zu neuen Hoffnungsträgern im Punk- und Rock-verliebten Norden aufgestiegen. Vor drei Jahren verließ jedoch Charakterstimme Markus Danjord die Band, um sich auf seine berufliche Laufbahn zu konzentrieren. Gitarrist Mads Ystmark übernahm, das Quartett begann schnell mit Arbeiten an neuem Material. Dabei wurde schnell klar: die helle bis schrille Stimme des Vorgängers zu kopieren, war kein Muss; Hauptsache songdienlich. Ihr drittes Album heißt „LÜT“, so wie die Band, und findet neue Klangfarben in vertrautem Umfeld.

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Trainer

Trainer – Oh, Mandy!

Bass, Bass, wir brauchen … mehr Gitarren. Trainer ringen mit einer ausgeprägten Tieftönerallergie und bringen diese in ihre Musik ein. Das Saarbrückener Quartett, bestehend aus aktuellen und ehemaligen Musikern so illustrer Formationen wie Steakknife, Chandler und Zesura, steht auf bissigen und experimentell veranlagten Noise Rock, der bevorzugt den eigenen Horizont ignoriert und mit kantigen, wüsten Eruptionen versieht. Ob Garagen-Riffs, (Post-)Hardcore, No Wave oder sogar ein wenig Alternative – hier wird mit wachsender Begeisterung dekonstruiert und anti-harmonisiert. Mit etwas Anlauf landet nun ihr zweites Album „Oh, Mandy!“, das für das Quartett ein neues Barry Mani-High darstellt.

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The Dirty Nil

The Dirty Nil – The Lash

Seit Jahren sind The Dirty Nil eine sichere Bank für dreckig-hymnischen Rock mit mächtig Energie, Punk-Esprit und gezieltem Blick über den Tellerrand. Aktuell ist das Kern-Duo Luke Bentham (Gesang, Gitarre) und Kyle Fisher (Drums) wieder als solches unterwegs, sprengt die Power-Trio-Formation zum ersten Mal seit den Anfangsjahren, kurz vor dem 20jährigen Jubiläum der Kanadier. Und doch scheint ihnen dieser Fokus auf das personell Wesentliche gut zu bekommen. Binnen zwei Wochen aufgenommen, bringt „The Lash“ einmal mehr sämtliche Qualitäten der Herren aus dem Norden höchst gekonnt auf den Punkt.

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Themis

Themis – Self Mythology

Düster, treibend, energisch und gerne mal noisig: So präsentiert sich der Stuttgarter Musiker Themis und arbeitet ganz nebenbei daran, seinen Zwei-Jahres-Release-Rhythmus beizubehalten. Zuletzt befasste er sich nach eigenen Angaben mit einem genauen Blick auf sein Leben und sein Umfeld, suchte und fand Einklang mit der inneren Stimme, erzählt zudem Geschichten von Freunden sowie von Menschen und ihren gesellschaftlichen Konflikten und Erlebnissen. Die Rede ist von dunklen und bittersüßen Klängen, von mehr Punk und Queer-Attitüde. Rausgekommen ist unterm Strich „Self Mythology“, das Mythen rankt und kontextualisiert, begleitet von mehr musikalischer Vielfalt.

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Sex Beat

Sex Beat – Crack

Sex Beat machen dem Punk die Hölle heiß. Das Berliner Quartett will – und soll – viel mehr als eine reine lokale Größe sein und verschreibt sich, auch aus der Notwendigkeit heraus, dem DIY-Ethos. Ihr inzwischen zweites Album bricht nicht nur den eigenen Sound auf das Essenzielle herunter, man nahm zudem ohne Studio, ohne Produzenten und ohne großen Plan auf. Und doch ist hieran rein gar nichts planlos, denn die acht Tracks auf „Crack“ landen in aller würzigen Kürze einen scharfkantigen bis tanzbaren Volltreffer nach dem anderen.

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His Lordship

His Lordship – Bored Animal

Es ist eine von sehr vielen Lockdown-Geschichten: Als der langjährige Pretenders-Gitarrist James Walbourne 2020 unerwartet Zeit hatte, wollte einfach nur ein paar Rock’n’Roll-Songs in einem Pub spielen, um aktiv zu bleiben. Der dänische Drummer Kris Sonne, der selbst auf „Relentless“ zu hören war und bei einzelnen Gigs aushalf, wurde rekrutiert, His Lordship waren gegründet. Mit der Mission, möglichst direkt und und unmittelbar zu rocken, landete vor etwas über einem Jahr ein erstes Album. Für den Nachfolger „Bored Animal“ entschied man sich für eine deutliche Straffung und verabschiedete sich von etwaiger Perfektion. Beides bekommt dem Duo bestens.

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The Sexy Drugs

The Sexy Drugs – Reckless Memories

Alte, rockende Bekannte melden sich lautstark wieder: Tatsächlich liegt das dritte und bis jetzt letzte Album von The Sexy Drugs 15 Jahre zurück. Untätig war man aber keinesfalls – es gab Konzerte, ein paar Kleinformate und Umbesetzungen. 2017 wurde sogar eine komplett neue Platte aufgenommen, die laut Band ‚dem ungeübten Toningenieur zum Opfer fiel‘ und bis heute keinen Release erfuhr. Das seit 2019 zum Quartett erweiterte, dann jedoch erst einmal ausgebremste Line-up widmet sich nun – und endlich – den Hochs und Tiefs des Lebens. „Reckless Memories“ handelt von alten Gefühlen, neuen Problemen und verpassten Chancen.

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Rokets

Rokets – Bad Choices

Einfach rocken, einfach rollen: Die Mission von Rokets ist so einfach wie genial. Auf ihren ersten beiden Alben konnte sich das Quintett aus Helsinki, gepeist aus Underground-Bands mit vorwiegend Hardcore- und Metal-Background, schnell einen Namen als Experten für fieberhafte, kurzweilige und handgemachte Klänge machen. Live wird so und so alles abgerissen. Nun ist man bei Svart zuhause und bereitet den Release von „Bad Choices“ vor. Schlechte Entscheidungen sind auf der dritten Platte der Finnen aber zu keiner Zeit zu hören.

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Odd Couple

Odd Couple – Rush-Hour des Lebens

Von den Köpfen und den Festplatten über den Datenstrom bis zur finalen Platte, so gestalteten sich die letzten vier Jahren bei Odd Couple, die nach einer Möglichkeit suchten, ihren weiterhin angenehm schrägen Sound zu konkretisieren. Berlin trifft Dada, Garage Rock trifft Kraut, verträumter Fuzz-Pop kollidiert mit Psychedelia, Sein ringt mit Schein – für Jascha Kreft und Tammo Dehn ein Versuch, den Flickenteppich nach der erzwungenen Ausbremsung zusammenzustückeln. „Rush-Hour des Lebens“ ließ sich erzwungenermaßen viel Zeit und schafft es trotzdem, bei aller Vielschichtigkeit stets fest im Hier und Jetzt verankert zu bleiben.

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