Schlagwort: Heavy Metal

Angra – Ømni

Was macht eine Band, wenn sie ihren großartigen Sänger und damit auch ihr Aushängeschild verliert? Aufhören? Manche tun dies, doch im Falle der Brasilianer von Angra lautete die schlichte Antwort auf diese Frage: ‚mit einem neuen großartigen Sänger die nächste Stufe in der Karriere der Band einläuten‘. Zwei Mal hat das schon geklappt: Auf den charismatischen Andre Matos folgte zunächst der markante Edu Falaschi, ehe beim letzten Album der talentierte Rhapsody Of Fire-Sänger Fabio Lione den wieder vakant gewordenen Posten am Angra-Mikro übernommen hatte. Mit ihm und der tollen Scheibe „Secret Garden“ gelang dem Quintett ein erfolgreicher dritter Frühling und jetzt setzen sie mit „Ømni“ noch einen drauf.

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Black Sabbath – The End

Schluss, aus, vorbei: Am 4. Februar 2017 spielten die legendären Black Sabbath ihr allerletztes Konzert in ihrer Heimatstadt Birmingham und setzen damit einen glorreichen Schlusspunkt hinter eine Karriere, die sich über beinahe ein halbes Jahrhundert erstreckte. Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler – leider ohne Original-Schlagzeuger Bill Ward, der bei dieser abschließenden Reunion nicht an Bord war – hielten dieses monumentale Ereignis auch für die Nachwelt fest, nun in Form von „The End“ erhältlich.

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Jag Panzer – The Deviant Chord

Es ist gerade mal wenige Jahre her, da waren Jag Panzer eigentlich schon Geschichte. Nach zwei weniger erfolgreichen Alben („The Scourge Of Light“ im Jahr 2011 und „Casting The Stones“ ganze sieben Jahre davor) und internen Bandquerelen gab man vor sechs Jahren die Bandauflösung bekannt. Für viele Fans härterer Klänge kam dies einem schweren Verlust gleich, haben die US-Metaller mit Klassiker-Alben wie „Ample Destruction“ und „Thane To The Throne“ doch gehörig Staub aufgewirbelt. 2017 sieht die Lage zum Glück wieder viel besser aus. Sangesgott Harry ‚The Tyrant‘ Conklin und vier seiner langjährigen Mitstreiter haben sich noch einmal zusammengerauft und mit „The Deviant Chord“ eine Scheibe eingespielt, die ihre direkten Vorgänger in Ehrfurcht erzittern lässt.

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Burning Witches – Burning Witches

„Die Schweiz, dieses romantische gipfelumrahmte Fleckchen Erde, steht für Alphörner, für Schokolade, Wilhelm Tell und Zürcher Geschnetzeltes – aber doch keinesfalls für Heavy Metal.“ Wer so denkt, kennt sich in der harten Szene nicht wirklich aus, denn aus unserem verhältnismäßig kleinen südlichen Nachbarn stammen nicht nur erfolgreiche Hard Rock-Bands wie Krokus, Gotthard und Shakra, sondern auch Metallegenden wie die Extrem-Metal-Urväter Celtic Frost und die Prog-Thrasher von Coroner. Mit dem Brugger Quintett Burning Witches tritt nun auch eine All-Female-Metal-Band an, um dem guten Ruf der Schweizer Hardwurstszene gerecht zu werden – was angesichts des Debütalbums „Burning Witches“ auch kein Problem darstellen sollte.

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Spidergawd – IV

Mittlerweile kann man sich die Uhr nach Spidergawd stellen. Der einstige Motorpsycho-Offshot veröffentlicht neue Musik im Jahresrhythmus und rockt sich regelmäßig locker-lässig in die Jahresbestenlisten. Für ihr mitterweile viertes Album, das natürlich den Titel „IV“ trägt, geben sich die Norweger deutlich härter und spielfreudiger. Spidergawd haben die New Wave Of British Heavy Metal, kurz NWOBHM, für sich entdeckt, und geben Stoff.

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Hansen & Friends – XXX – Three Decades In Metal

Jubiläen sind ja immer so eine Sache. Oft werden sie von Bands dazu genutzt, eine Best Of-Rückschau ihres Schaffens in die Läden zu bringen, in anderen Fällen werden alte Songs neu eingespielt und auf zumeist eher zweifelhaften Retroscheiben veröffentlicht. Kai Hansen, seines Zeichens Ex-Helloween-Gitarrist und Sänger sowie Gitarrist und Songschreiber bei seiner Band Gamma Ray und bei Unisonic, geht einen anderen Weg. Nicht nur, dass es ungewöhnlich ist, wenn ein Künstler, der sonst nur aus Bandzusammenhängen bekannt ist, zu seinem persönlichen 30-jährigem Schaffensjubiläum eine Soloscheibe veröffentlicht, nein, sein Album „XXX – Three Decades In Metal“ ist auch frei von aufgewärmten Altlasten und enthält zehn brandneue Kompositionen und jede Menge Kollaborationen mit dem Who-is-Who der deutschen Heavy-Szene.

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Running Wild – Rapid Foray

Gut Ding will Weile haben: Als Rock’N’Rolf im Jahr 2012 im Alleingang ein Running Wild-Comeback startete, wollten ihn viele Fans ob des deutlich vom Glam Rock beeinflussten Albums „Shadowmaker“ gleich wieder zurück in die Rocker-Rente schicken. Der Nachfolger „Resilient“ war dann zwar schon wieder eine ziemlich gelungene klassische Metal-Scheibe, doch nach wie vor war Running Wild Rock’N’Rolfs Soloprojekt – dementsprechend gab es auch keinerlei Live-Auftritte. 2016 sieht die Lage aber schon ganz anders aus: Herr Kasparek hat endlich eine inklusive ihm vierköpfige Livetruppe zusammengetrommelt, die beim Wacken Open Air 2015 erstmals in Erscheinung trat. Und auch auf Konserve sieht die Welt rosig aus, denn mit „Rapid Foray“ kommt die beste Running Wild-Scheibe seit 20 Jahren in die Läden.

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Axel Rudi Pell – Game Of Sins

Axel Rudi Pell und kein Ende! Auch nach dem 25-jährigen Jubiläum seiner nach ihm betitelten Band denkt der Wattenscheider Gitarrist in keiner Weise ans Aufhören. Warum auch, steht sein Name doch wie kaum ein anderer für traditionellen hochwertigen Hard Rock der ganz alten Schule. Alle zwei Jahre ein neues Album – dieser Logik folgend erscheint pünktlich zum Jahresbeginn der Nachfolger des 2014er-Werkes „Into The Storm“. Wer die bisherige Bandgeschichte kennt, wird sicherlich eine Vorstellung davon entwickeln können, wie „Game Of Sins“ in etwa klingen mag. „Kennste eine, kennste alle“, schimpfen die Neider, während die Anhänger Pells von Markenzeichen und Traditionsbewusstsein sprechen. Recht haben beide Seiten ein bisschen – entscheidend ist aber immer noch die Qualität und die spricht eindeutig für Axels neues Werk.

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Forbidden Seed – From Sand To Eternity

Richtet man seinen Blick dieser Tage auf Griechenland, liegt der Fokus zumeist auf der Griechenlandkrise und den Folgen wie Privatisierung, Verarmung und Radikalisierung. Geht es hingegen um griechische Musik, werden die meisten Deutschen bestenfalls mal was vom Sirtaki oder von deutschen Schlagersängern griechischer Herkunft gehört haben. Doch Griechenland hat mehr zu bieten als Alexis Sorbas und Costa Cordalis – sogar eine funktionierende Heavy-Szene konnte sich dort etablieren, inklusive großartiger Bands wie Firewind, Rotting Christ und Septicflesh. Und auch in Zeiten der Krise gibt es dort hoffnungsvollen musikalischen Nachwuchs. Eines der besten Beispiele sind Forbidden Seed, die sich auf ihrer Debütscheibe „From Sand To Eternity“ ganz dem Power Metal amerikanischer Prägung verschrieben haben.

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Ghost – Meliora

Psychedelic Doom? Okkult Rock? Oder schlicht und einfach Heavy Metal mit 60s- und 70s-Einflüssen? Egal wie man die Musik von Ghost auch nennen mag, eigenständig ist der Sound des Sextetts definitiv. Die Band, die in klassischer Alice Cooper-, Lordi– oder Powerwolf-Manier auf Pseudonyme zurückgreift, mischt auf gekonnte Weise den Psychedelic Rock der 60er mit dem Doom der 70er und dem Heavy Metal der 80er. Mit dieser Masche und dem zweiten Album „Infestissumam“ konnten sie in ihrer schwedischen Heimat bereits den ersten Platz der Albencharts erobern. Wer sich aber überhaupt hinter Ghost verbirgt, kann man höchstens erahnen – auf der Bühne treten sie nämlich als fünf maskierte namenlose Ghule nebst einem als „Papa Emeritus“ bezeichneten Sänger, der bisher nach jedem Album ausgetauscht wurde, auf. So gibt es denn auch auf der neuen, dritten Scheibe „Meliora“ mit „Papa Emeritus III.“ wieder eine neue Stimme zu hören.

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