Schlagwort: Progressive Rock

The Scenes – Beige

Von finnischen Bands erwartet man sich, sofern nicht im Pop angesiedelt, eine gewisse Grundmelancholie, Nachdenklichkeit, ja sogar Fatalitätsempfinden. Das junge Sextett The Scenes hält davon herzlich wenig und befindet sich nun auch auf Kurs nach Deutschland. Erschien das Debütalbum „Images Of Animals Crying In Public“ noch ausschließlich in der Heimat, setzen die Jungs aus Oulu mit „Beige“ nun zum Breitenangriff an. Das weitgesteckte Sound-Outfit zwischen Alternative Rock, Prog, Art-Pop und sogar Hardcore Punk macht dieses Unterfangen nicht immer leicht.

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Kejnu – Centillion

Kejnu, das ist vor allem ein Mann: Nuél Schoch. Der Schweizer verwirklicht seine Vision, ist „musikalisches Gehirn, Songwriter, Produzent und Frontmann“ in einem. Seit mittlerweile zehn Jahren aktiv, marschieren die Eidgenossen entschieden durch eine schwer greifbare Sammlung an Einflüssen und Schubladen, die von der Band selbst bestenfalls mit launigen Floskeln kommentiert werden. „Centillion“ stellt aber auch abseits jeglicher Kategorisierung vor ausreichend Herausforderungen als Doppelalbum mit 90 Minuten Spielzeit.

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Spidergawd – II

Kaum angekommen, sind Spidergawd erneut am Start, und das als ausgewiesene Urgewalt. Das eponyme Debütalbum zeigte vergangenes Frühjahr, dass es sich hier um viel mehr als ein bloßes Motorpsycho-Nebenprojekt handelt. Für ein wenig Evolution ist auf „II“ nun gesorgt. Ein ellenlanger Jam fehlt, Überlänge gibt es kaum. Stattdessen setzen die Norweger vermehrt auf feinsten Classic Rock mit Blues-Einschlag, vergessen dabei aber zu keiner Zeit auf die obligatorische Prog-Note. Erhältlich ist auch diese Platte nur auf Vinyl mit beigelegter CD.

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Zen Zebra – Genesia

Gute Neuigkeiten aus dem Zen Zebra-Lager: Das Quintett aus Leipzig befindet sich aktuell im Studio, um einen Nachfolger zu ihrem bockstarken Debütalbum „awaystation“ aufzunehmen. Dem ersten Vernehmen nach gestaltet sich das neue Material „noch cineastischer, noch leidenschaftlicher, noch eingängiger“ – gute Vorzeichen für einen weiteren Leckerbissen zwischen Postcore, Prog und Alternative Rock. Ein erstes musikalisches Lebenszeichen gibt es schon jetzt in Form der Single „Genesia“, die es versteht zaghafte Hoffnungen zu nähren.

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Black Moon Circle – Andromeda

Der Weltraum ruft: Black Moon Circle, 2012 von den Gebrüdern Engan gegründet, verstehen sich auf ausgedehnte Jam-Sessions und aggressiv verproggten Spacerock in bestern Monster Magnet-Manier, der sie zu Labelmates von Spidergawd auf Crispin Glover Records machte. Nur kurz nach der Veröffentlichung eines selbstveröffentlichten Minialbums entstand innerhalb eines Tages das Full-Length-Werk „Andromeda“, gespickt mit – wie nicht anders zu erwarten war – ausladenden Songideen, die in ellenlangen Jams ausarteten.

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Combineharvester – Brikks

Vor 38 Jahren brachte der Parodiesong „Combine Harvester“ den Wurzels eine Nummer Eins in Großbritannien. Für den Schotten Marlon McNeill war es sein erstes Wort und ab 1998 auch Bandname, allerdings zusammengeschrieben. Der Wahlschweizer schrieb auf Ahnensuche vor einem Jahr „Brikks“, aufgenommen mit seinen beiden Mitstreitern aus der Schweiz. Hinter dem sperrigen Namen und verwirrenden Artwork steckt eine opulente Mischung aus Kraut-, Prog- und Art Rock – unkonventionell und faszinierend zu gleichen Teilen.

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Flood Of Red – Throw

Art Rock, Atmosphäre, progressive Kunst, Freiräume und viel Luft zum Atmen – die Musik von Flood Of Red wirkt unscheinbar, nimmt dabei kaum merkbar von Sekunde zu Sekunde mehr Raum ein. Die sechs Schotten gibt es bereits seit neun Jahren, neben widrigen Begleitumständen um den Release ihres Debütalbums „Leaving Everything Behind“ und einer über Myspace aufgebaute Fanbase war ihre bisherige Karriere von zahlreichen Aufs und Abs gekennzeichnet. Erstmals mit einem Labeldeal ausgestattet, bietet „Throw“ faszinierend weitläufige Musik mit Seele, Köpfchen und der einen oder anderen Überraschung.

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Blek Le Roc – We Just Met

Am 19. April lockt der jährlich stattfindende ‚Record Store Day‘ Kaufwillige in die Plattenläden, um dort limitierte, exklusive Releases zu beziehen, bevor sie überteuert auf eBay landen.  Das gute, alte Ladengeschäft wird auch von Blek Le Roc aus München unterstützt, die für den Frühsommer einen Nachfolger für ihr eponymes Debüt vorgesehen haben. Zwei neue Songs gibt es ab eben jenem 19. April auf 7″ in Form von „We Just Met“ – Musik, die exemplarisch für die Wandlungsfähigkeit des Trios stehen.

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Instrument – Read Books

Der Widerspruch in sich ist das Instrument dieses Longplayers, der Schlüssel dieser Platte. Sind Instrument ihr eigenes Instrument? Und was sollen eigentlich diese unnötigen, pseudo-philosophischen Ausführungen, wenn es letztlich nur um die Musik gehen darf und soll? Instrument, um nun wieder auf das Wesentliche zu kommen, bewegen sich auf ihrem dritten Album „Read Books“ abermals in einem musikalischen Spannungsfeld, das weit über die behelfsmäßige Genrebezeichnung ‚Post Rock‘ hinausgeht. Neben Mogwai und Lockerbie ist das Trio mittlerweile mindestens ebenso stark zwischen Crippled Black Phoenix und Motorpsycho verankert.

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Messenger – Illusory Blues

Bei Svart Records kann man momentan offensichtlich nichts falsch machen. Ob Post Punk (Beastmilk), Doom (Kuolemanlaakso), Blackened Kraut (Oranssi Pazuzu) oder geschwärzter Duo-Death-Rock (Mantar) – die Finnen werfen hochkarätige Releases en masse auf den Markt. Nun wird auch Prog Folk Rock durch die Briten Messenger beackert, eine Art Missing Link zwischen Pink Floyd, Ulver, Porcupine Tree und Opeth. Ihr Debütalbum „Illusory Blues“ zeigt sich der Natur verbunden und taucht doch in die ausufernd arrangierte Magie der 70er Jahre ein.

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